Nachbesserungen Gönner räumt Defizite bei Stuttgart 21 ein

Von Konstantin Schwarz 

Umweltministerin Tanja Gönner Foto: dpa
Umweltministerin Tanja Gönner Foto: dpa

Gönner reagiert auf Druck der Tiefbahnhof-Gegner - Extra-Gleis am Flughafen notwendig.

Stuttgart - Beim Bahn-Projekt Stuttgart 21 mit dem neuen Haupt- und Flughafenbahnhof und der Strecke bis Wendlingen gibt es mehrere Engstellen. Das Land fordert von der Bahn AG Nachbesserungen. Stuttgart 21 sei "unumkehrbar in Fahrt", sagte Verkehrsministerin Tanja Gönner am Donnerstag im Landtag.

Die Gegner des 4,1 Milliarden Euro teuren Projekts hatten am Dienstag einen bisher unter Verschluss gehaltenen Bericht des Schweizer Büros SMA veröffentlicht ( www.kopfbahnhof-21.de ). Die Nahverkehrsgesellschaft des Landes hatte SMA 2008 beauftragt, die Leistungsfähigkeit der geplanten Infrastruktur zu untersuchen. Dabei sollte der vom Land bezahlte Nahverkehr in den Blick genommen werden.

SMA stellte Engpässe am geplanten Flughafen-Fernbahnhof, der Filder- und Gäubahn, der bestehenden S-Bahn-Station am Flughafen und der Wendlingen Kurve, mit der die von Tübingen kommenden Gleise an die Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Ulm knüpfen, fest.

Gönner (CDU) kritisierte im Landtag die Veröffentlichung. Die Papiere stellen einen "veralteten Planungsstand und isolierte Einzelaspekte" dar. Die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems Stuttgart 21 sei "gewährleistet", Verbesserungen machbar. Eine will Gönner im von Bahn, Land, Bund und Stadt gebildeten Lenkungskreis für das Projekt fordern: Den zusätzlichen Bau einer Tunnelverbindung von der Schnellfahrstrecke an der A8 zum neuen Flughafen-Bahnhof. Bisher ist die Anbindung eingleisig vorgesehen. Ein zweites Gleis würde an die 35 Millionen Euro kosten. Außerdem solle mit zusätzlichen Signalen eine "kleinere Blockteilung" erreicht werden, heißt es im Ministerium. Ein Block ist der Abstand zwischen zwei Signalen. Mit der Aufrüstung solle erreicht werden, dass "mehr Züge und damit ein engerer Takt gefahren werden kann", so ein Mitarbeiter Gönners.

Die Gutachter von SMA nehmen im Auftrag der Landesregierung zu den Vorwürfen der Projektgegner, Stuttgart 21 sei untauglich für eine Verkehrsverbesserung, Stellung ( www.uvm.baden-wuerttemberg.de ). Die Daten von 2008 seien mit Blick auf den 2020 zu bewältigenden Schienenverkehr weiterentwickelt worden, schreiben sie.

SMA empfiehlt das zweite Gleis zum Flughafen-Bahnhof "dringend". Es würde "die Anforderungen an die Fahrplangestaltung entspannen". Auch eine Verbesserung des Anschlusses der Strecke von Tübingen an die Neubaustrecke bei Wendlingen sei möglich. Gönner wird ein zweites Gleis aber nicht vorschlagen, weil es im Verhältnis zum Nutzen zu teuer wäre, sagte sie vor dem Landtag.

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