Auf Samstag hat sich Protest gegen die Autoausstellung IAA angekündigt. Foto: AFP

Nach einem schweren SUV-Unfall in Berlin fordern die Gegner der IAA in Frankfurt eine grundlegend andere Verkehrspolitik. Dazu gehören Tempolimits und prinzipiell kleinere Autos.

Frankfurt/Main - Mit Forderungen nach Tempolimits, kleineren Autos und einer grundlegend anderen Verkehrspolitik gehen Umweltgruppen in ihre Proteste gegen die Internationale Automobilausstellung (IAA). Von den Herstellern verlangen die Organisatoren einer Anti-IAA-Großdemonstration am kommenden Samstag (14. September) einen umgehenden Schwenk auf Elektroautos und kleine, ressourcensparende Modelle. Die Autoindustrie müsse laufende Entwicklungen weiterer Stadtgeländewagen (SUVs) und weiterer Modelle mit Verbrennungsmotor stoppen, erklärten die Organisatoren des Demo-Bündnisses „#aussteigen“ am Montag in Frankfurt.

Tempolimits seien ein Gebot der Vernunft: Innerstädtisch sollten in der Regel 30 km/h Höchstgeschwindigkeit gelten, außerhalb geschlossener Ortschaften 80 km/h sowie auf Autobahnen 120 km/h. Der Chef des Vereins Deutsche Umwelthilfe, Jürgen Resch, forderte von den Autoherstellern die Kostenübernahme für Nachrüstsets bei Dieselfahrzeugen. Die Umwelthilfe hatte mit ihren Klagen verschiedene Kommunen zu verschärften Luftreinhaltemaßnahmen gezwungen.

Die IAA wird nach zwei Pressetagen am Donnerstag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet. Zu der Großdemonstration am Samstag erwartet die Frankfurter Polizei bis zu 20 000 Teilnehmer und erhebliche Verkehrsbehinderungen. Für den Sonntag (15. September) ist eine Blockadeaktion unter dem Motto „Sand im Getriebe“ geplant.

Ein tödlicher Unfall in Berlin, an dem ein SUV beteiligt war, hat außerdem die Diskussion um die Größe von Autos in Innenstädten entfacht. Oliver Krischer, der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, fordert seitdem eine Obergrenze für SUV.

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