Boris Becker ist wohl im Wald bei Pforzheim erwischt worden, als er einen Stau auf einem Schleichweg umfahren wollte. Foto: dpa

Auch Prominente stehen manchmal auf der Autobahn im Stau: Der frühere Tennisstar Boris Becker wollte über einen Waldweg entkommen – und wurde prompt von Forstarbeitern angehalten.

Remchingen - Es war ein gewaltiges Verkehrschaos: Vom Dienstagabend, 19 Uhr, bis Mittwoch, 13 Uhr, war die Autobahn von Pforzheim nach Karlsruhe komplett gesperrt, weil ein Lastwagen auf der Strecke glitschige Tenside verloren hatte. Zwei der geladenen 1000-Liter-Behälter waren leck geschlagen, bis zu 13 Kilometer lang reihte sich zeitweise Auto an Auto. Auch Boris Becker stand allem Anschein nach am Mittwochvormittag mit seinem Chauffeur mittendrin – und hatte es wohl eilig.

Der Chauffeur muss deshalb bei Remchingen (Enzkreis) irgendwann unerlaubterweise von der Autobahn abgebogen sein und ist auf einen Waldweg gelangt – so wollte er durch den Wald am Stau vorbeischleichen. So erzählt der Forstwirt Thomas König die Geschichte. Denn irgendwann im Wald war Endstation: Ein Fahrzeug blockierte den Forstweg, und das gehörte zufällig einigen Waldarbeitern, darunter Thomas König aus Remchingen. Sie arbeiteten daran, Bäume zu entasten. Der Chauffeur und später auch Boris Becker hätten sehr höflich darum gebeten, ob jemand das Auto zur Seite fahren könne, erzählt Thomas König. Der Forstwirt erkannte schließlich den früheren Tennisstar, man habe sich begrüßt und die Hand geschüttelt. „Boris Becker hat sich absolut korrekt verhalten, er war überhaupt nicht so, wie man ihn oft darstellt“, sagt König.

Boris Becker droht nun ein Bußgeld

Irgendwann habe Becker sogar selbst angefangen, die herumliegenden Äste zur Seite zu werfen. Er müsse unbedingt einen Zug am Bahnhof in Karlsruhe erreichen. Schließlich sei es dem Chauffeur gelungen, das Auto doch am Dienstfahrzeug der Waldarbeiter vorbeizubugsieren. Die beiden seien dann weitergefahren.

Absolut nicht korrekt war allerdings das Abbiegen von der Autobahn. Er sei angehalten, solche Verstöße zu melden, sagt Thomas König. Das habe er auch getan – sein Vorgesetzter entschiede nun, ob es zu einer Anzeige komme. Nachdem viele Medien die kleine Episode aufgegriffen haben, dürfte dieser allerdings kaum eine andere Wahl haben, als ein Bußgeld auszusprechen.

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