Die Bondorfer Kreissparkassenfiliale erlitt durch die Sprengung erheblichen Schaden. Foto: SDMG/Dettenmeyer/Archiv

Die Täter der Automatensprengung vom Breuningerland Sindelfingen sind weiterhin unerkannt. Dafür können den am Montag Festgenommenen aus der Niederlande zwei weitere Fälle von Geldautomatensprengungen im Kreis Böblingen zugeordnet werden.

Die neun am Montag in den Niederlanden festgenommenen tatverdächtigen Automatensprenger haben keinen Bezug zum Fall der am 29. Oktober 2021 in die Luft gesprengten Bankautomaten im Breuningerland Sindelfingen. Das wurde am Rande einer Pressekonferenz der Landeskriminalämter Bayern und Baden-Württemberg und der Staatsanwaltschaft Bamberg am Donnerstagvormittag in München bekannt. Insgesamt gehen vermutlich 51 Sprengungen in den beiden Bundesländern auf das Konto der verhafteten Männer.

 

In Bondorf und Sindelfingen aktiv?

Auch wenn die Täter des Raubüberfalls auf das Sindelfinger Einkaufszentrum – der im vergangenen Januar auch Gegenstand der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY. . . ungelöst“ war – damit weiterhin nicht identifiziert sind, konnten zwei andere Fälle aus dem Kreis Böblingen geklärt werden: Die Sprengung eines Kreissparkassen-Automaten am 14. April des Jahres 2022 in Bondorf soll ebenso der Tätergruppe zugeordnet werden können, wie die Tat am 9. September desselben Jahres am Hans-Thoma-Platz im Sindelfinger Stadtteil Viehweide. Auch hier hatte die Gruppe ein Gerät der Kreissparkasse ins Visier genommen.

Beim gewaltsamen Raubzug auf den Sindelfinger Geldautomaten konnte kein Geld erbeutet werden. Dafür hinterließen die Täter einen Sachschaden in Höhe eines sechsstelligen Betrages. Im Falle des Bondorfer Bankautomaten wird die erbeutete Summe aus ermittlungstaktischen Gründen nicht kommuniziert. Die Sprengung hatte seinerzeit einen Gebäudeschaden von 250 000 Euro angerichtet.

Täter haben Zentrale in Holland

Bei der Pressekonferenz in München wurde zudem bekannt, dass die Zentrale der Täter in der Stadt Roermond in der niederländischen Provinz Limburg sei. Verhaftet wurden Männer im Alter zwischen 25 und 41 Jahren. Es soll sich um Staatsbürger der Niederlande, Marokko, Afghanistan, Türkei und Rumänien handeln, so die Ermittler. Drei Mittäter werden noch gesucht. Vorausgegangen war eine konzertierte Aktion am Montag, bei der Objekte in den Provinzen Limburg und Utrecht durchsucht wurden. Dabei wurden mehrere Zehntausend Euro Bargeld sowie Luxuskleidung und Luxusuhren gefunden.