Der Anschlag im März 2018 in Lauffen sei ein Protest gegen die türkische Regierung und deren aggressives Vorgehen im syrischen Ort Efrîn gewesen, sagte die Vorsitzende Richterin. Foto: dpa

Das Landgericht Heilbronn verurteilte drei Kurden aus der Türkei und Syrien: Die Männer hatten in Lauffen einen Brandanschlag auf eine Moschee verübt.

Heilbronn - Drei junge Männer müssen wegen eines Brandanschlags auf die Räume einer türkischen Religionsgemeinschaft ins Gefängnis. Das Landgericht Heilbronn verurteilte sie am Freitag unter anderem wegen versuchter schwerer Brandstiftung. Ein Angeklagter erhielt eine Strafe von drei Jahren Haft, die anderen beiden wurden zu Jugendstrafen von zweieinhalb Jahren beziehungsweise zwei Jahren und acht Monaten verurteilt.

Die Angeklagten sind Kurden

Die Angeklagten sind Kurden aus der Türkei und Syrien. Der Anschlag im März 2018 in Lauffen sei ein Protest gegen die türkische Regierung und deren aggressives Vorgehen im syrischen Ort Efrîn gewesen, sagte die Vorsitzende Richterin Eva Bezold. Bei der Militär-Offensive gegen die zum Großteil von Kurden bewohnte Stadt waren laut Bezold auch Angehörige eines Angeklagten gestorben: „Der Tod vieler unschuldiger Opfer verstärkte bei den Angeklagten die Ablehnung der türkischen Regierung.“

Das Urteil des Gerichts

Anders als die Anklage schloss die Kammer einen versuchten Mord an einem im Nebenzimmer schlafenden Imam und dessen Ehefrau aus. Die Angeklagten hätten die Brandsätze eben nicht in die Wohnräume geworfen, erklärte die Richterin. Auch die im Gebäude untergebrachte Moschee hätten sie nicht treffen wollen.

Die Räume wurden von der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüs betrieben. Diese wurde in der Türkei von dem früheren islamisch-konservativen Politiker Necmettin Erbakan gegründet, der als enger Vertrauter des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan galt.

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