Zwei Erstklässler melden am Mittwochvormittag an einer Schule in Ostfildern einen Mann mit einer Pistole. Das Sondereinsatzkommando der Polizei rückt aus. Foto: PPFotodesign.com

An der Schule im Park im Scharnhauser Park ist es am Mittwochvormittag zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen. Die 420 Schüler haben das Gebäude verlassen. Die Polizei nimmt die Aussagen von drei Schülerinnen ernst und spricht nicht von Fehlalarm.

Ostfildern - Der Scharnhauser Park hat am Mittwoch den Ausnahmezustand erlebt. Um 11.37 Uhr ging bei der Polizei ein Notruf aus der Schule im Park ein. Drei Mädchen hatten zuvor gemeldet, auf dem Hof der Grund- und Werkrealschule einen schwarz gekleideten Mann mit Sturmhaube und Schusswaffe gesehen zu haben. Daraufhin rückten Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste mit einem Großaufgebot aus.

Ein Sonderkommando durchsuchte das Gebäude, ein Hubschrauber kreiste über dem Gelände. Ein Verdächtiger wurde zunächst nicht gefunden. Allerdings sieht die Polizei nicht zwingend einen falschen Alarm. „Wir sind von einer ernsten Bedrohungslage ausgegangen“, sagte Dieter Schneider, Präsident des Landeskriminalamts. Man müsse die Beobachtungen der Schülerinnen nun weiter abklären.

Etwa 420 Schülerinnen und Schüler schlossen sich nach dem Alarm mit ihren Lehrern in den Klassenzimmern ein. Sie wurden nach einigen Stunden nach und nach von den Spezialkräften der Polizei ins benachbarte Stadthaus gebracht, wo ihre besorgten Eltern sie in Empfang nehmen konnten. Die teils verstörten Kinder sollen jetzt von Schulpsychologen betreut werden. Verletzt wurde niemand.

Sowohl mit dem Ablauf des Einsatzes als auch mit der Reaktion der Schule zeigten sich die Beteiligten sehr zufrieden. Alles sei „schulmäßig“ abgelaufen, so Schneider – so, wie man es nach dem Amoklauf von Winnenden festgelegt und geübt habe. Reagiert haben auch manche andere Schulen: Nachdem das Regierungspräsidium am Mittwoch die Nachricht von dem Amok-Alarm in Ostfildern an alle Schulen in der näheren und weiteren Umgebung herausgegeben hatte, holte manche von ihnen ihre Schüler aus Sicherheitsgründen ins Gebäude.

Bereits am Montag hatte ein vermeintlich mit einem Messer Bewaffneter in Ettlingen bei Karlsruhe einen Großalarm ausgelöst. Auch er ist bisher nicht gefunden worden.

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