Ein Mann soll eine 18-Jährige in eine Kellerwohnung in Marbach verschleppt, unter Drogen gesetzt und vergewaltigt haben.
Am Landgericht Heilbronn hat heute der Prozess gegen einen 38-Jährigen begonnen. Ihm wird vorgeworfen, im vergangenen Juni eine 18-Jährige aus einem Stuttgarter Klinikum in eine Kellerwohnung in Marbach am Neckar verschleppt, dort zwei Tage lang festgehalten und mehrfach vergewaltigt zu haben.
Laut der Anklageschrift habe der Mann ihr während dieser Zeit die Droge Pregabalin verabreicht. Ein Antiepileptikum, zu dessen häufigsten Nebenwirkungen Schwindel, Benommenheit und Trunkenheitsgefühl zählen. Ferner wird dem 38-Jährigen vorgeworfen, seinem Opfer gegenüber Todesdrohungen ausgesprochen und es zu Hausarbeiten und Diebstählen gezwungen zu haben.
Die Beziehung zum Opfer ist unklar
Das mutmaßliche Opfer ist 18 Jahre alt und ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Ihr Aufenthalt ist laut Mitteilung des Landgerichts Heilbronn derzeit unbekannt. Zuletzt habe sie in einer therapeutisch begleiteten Wohngruppe gewohnt. Der Angeklagte sitzt seit dem 29. Juni in Untersuchungshaft und ist gelernter Lackierer und Folierer. Bislang habe er in der Hauptverhandlung keine weiteren Angaben gemacht. In welcher Beziehung er zum Opfer steht, ist dementsprechend noch offen.
Ob der Angeklagte spricht, bleibt offen
Die Hauptverhandlung geht am 23. Februar mit fünf Zeugen weiter. Ob und wie der Angeklagte sich äußern wird, bleibt abzuwarten. Der 38-Jährige muss sich dann über fünf weitere Verhandlungstage unter anderem wegen Vergewaltigung und Geiselnahme verantworten, es droht ein Mindeststrafmaß von fünf Jahren Haft. Das Landgericht weist darauf hin, dass es in derartigen Verfahren erfahrungsgemäß häufiger vorkomme, dass die Öffentlichkeit für erhebliche Teile der Hauptverhandlung ausgeschlossen wird.