Am Freitag hat die Pianistin Mingyang Li im Fruchtkasten gespielt. Foto: Hans Jörg Wangner

Ein Besucher der Musikpause im Stuttgarter Fruchtkasten hat sich darüber beschwert, dass das Programm von einer französischen Praktikantin angesagt worden war. Gegen diese Kritik bezog der zuständige Abteilungsleiter öffentlich klar Stellung.

S-Mitte - Markus Wener wählte deutliche Worte: „Das geht gar nicht.“ Am Freitag hat der Leiter der Abteilung Drittmittel, Gremien und Veranstaltungen des Landesmuseums Württemberg im Fruchtkasten klar Stellung bezogen. Zu Beginn der freitäglichen Musikpause trat er außerplanmäßig vor das Publikum, um eine Sache zu erwähnen, die ihn sichtlich wurmte. Am Freitag vor einer Woche hatte eine französische Praktikantin in das musikalische Programm eingeführt: „In einer fremden Sprache vor einem großen Publikum zu sprechen, das hat schon was“, sagte Markus Wener.

Doch nach dem Konzert sei ein Besucher auf die junge Dame zugegangen und habe in Gegenwart einer weiteren Museumsmitarbeiterin beklagt, dass die Praktikantin mit ausländischem Akzent gesprochen habe. Seiner Meinung nach sei das unmöglich. Unter dem kräftigen Beifall des Publikums verurteilte Wener diese Kritik und sagte, es sei ja niemand gezwungen, zu der Musikpause zu kommen.

Die Musikpause im Fruchtkasten am Schillerplatz gibt es seit zehn Jahren. Immer freitags von 12.30 bis 13 Uhr spielen Studenten der Stuttgarter Musikhochschule an dem Doppelflügel von Pleyel, von dem es weltweit nur noch sechs Exemplare gibt. Es liegt in der Natur der Sache, dass neben deutschen auch sehr viele ausländische Studenten auftreten – so spielte am Freitag die Chinesin Mingyang Li Werke von Bach, Haydn, Chopin und Skrjabin.

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