Jazz-Pianist Wolfgang Dauner: Kulturabbau Foto: Peter Petsch

Der Druck wächst gegen die Pläne des Kunstministeriums, das Jazz- und Popstudium an der Stuttgarter Musikhochschule abzuschaffen.

Stuttgart - Der Druck wächst gegen die Pläne des Kunstministeriums, das Jazz- und Popstudium an der Stuttgarter Musikhochschule abzuschaffen. Nun steht ein Video im Internet, in dem Musiker, Veranstalter, Studenten, ­Dozenten und Politiker ihre Argumente vortragen. „Kulturabbau“ sei das, findet Jazz-Pianist Wolfgang Dauner, der Hinweise präsentiert, die darauf hindeuten, dass Hochschulleiterin ­Regula Rapp diese Idee bereits im Frühjahr 2012 verfolgt haben könnte – und nicht erst, wie bislang stets behauptet, seit Anfang 2013. Theaterhaus-Leiter Werner Schretzmeier sagt: „Stuttgart ohne Jazz ist, wie wenn man einfach bei Stutt einen Punkt machen würde.“ Saxofonist Wolfgang Fuhr ist enttäuscht, dass ausgerechnet die Grünen solche wichtigen Dinge „in einer Hinterzimmeraktion entscheiden“ und sich dabei auf Expertisen berufen, „in die man keine Einblicke bekommt“.

Studiengangsgründer Bernd Conrad erklärt, wie er gekämpft habe um „eine interdisziplinäre Verankerung von Jazz an unserer Musikhochschule“, um „diese völlig unsinnige Trennung von E- und U-Musik aufzubrechen“ – und er zeigt sich fassungslos, dass das „wieder zunichtegemacht werden soll“. Studenten preisen das auf Offenheit angelegte Studium und die lebendige Szene in der Stadt. Dass Letztere bedroht wäre ohne den Nachwuchs, darüber sind sich alle einig. Stuttgarts Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann bekräftigt denn auch, die Stadt könne die Pläne des Ministeriums auf keinen Fall mittragen.

www.stuttgart-braucht-jungen-jazz.de
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