Am 6. November feiert das Broadway-Musical "Chicago" Premiere in Stuttgart. Foto: Stage Entertainment

"All that Jazz": Seit 18 Jahren läuft das Musical "Chicago" ununterbrochen am New Yorker Broadway. Jetzt kommt der Klassiker nach Stuttgart.

Stuttgart - "Chicago" bringt einen Hauch Broadway an die Plieninger Straße: Am 6. November feiert das Musical im Palladium-Theater in Möhringen Premiere. Die Geschichte hat alles, was die wilden Zwanzigerjahre in der Stadt der Flüsterkneipen und Mafiabosse zu bieten hatten: Leidenschaft, Intrigen und ganz viel Jazz. Wir haben acht Fakten zu "Chicago" zusammengetragen, von denen Sie möglicherweise noch gar nichts wussten.

Fakt 1: Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit

Chicago, 1924: Die Nachtclubsängerin Belva Gaertner steht wegen des Mordes an ihrem Ehemann vor Gericht. Nur wenige Wochen später bringt wieder eine Frau einen Mann um: Beulah Annan ihren Liebhaber. Maurine Dallas Watkins, Polizeireporterin der "Chicago Times" ist von den beiden Fällen so fasziniert, dass sie ein Bühnenstück schreibt. Das feiert 1926 in New York Premiere und wird zum Vorbild des Ginger-Rogers-Films "Roxie Hart". Der Streifen von 1942 inspiriert wiederum den Choreographen Bob Fosse, der den Stoff für das Musical "Chicago" bearbeitet.

b>Fakt 2: Ein echter Superstar spielte "Roxie"

1975 steht "Chicago" im 46th Street Theatre auf dem Spielplan, als Hauptdarstellerin Gwen Verdon krankheitsbedingt ausfällt. Als Ersatz springt für ein paar Wochen niemand geringeres als Liza Minnelli ein. Die Tochter von Judy Garland ist damals bereits ein echter Superstar.

Fakt 3: Was die "Jazz Hands" mit "Chicago" zu tun haben

Regisseur und Choreograph Bob Fosse brachte das Musical "Chicago" zusammen mit dem kongenialen Duo John Kander (Musik) und Fred Ebb (Texte) 1975 auf die Bühne. Der 1987 gestorbene Fosse war auch als Tänzer so einflussreich, dass sein bekannter Tanzstil mit schwarzer Melone und weißen Handschuhen bis heute "Fosse Style" genannt wird. Fosse lebte ein Leben auf der Überholspur. Bei den Arbeiten zu "Chicago" erlitt er 1975 einen schweren Herzinfarkt, ein weiterer kostete ihn zwölf Jahre später das Leben. 

Fakt 4: "All that Jazz" - der Siegeszug eines Songs

Der Ohrwurm "All that Jazz" ist der Titelsong des Musicals und trat 1975 einen bemerkenswerten Siegezug an. Liza Minnelli nahm ihn in ihr Repertoire auf und feierte damit Erfolge. Catherine Zeta-Jones Version für den "Chicago"-Spielfilm im Jahr 2002 schaffte es auf die Liste des "American Film Institute" der hundert wichtigsten Filmsongs des US-amerikanischen Kinos - an der Seite von Klassikern wie "Over the Rainbow" oder "As Time Goes By". Einem jüngeren Publikum wurde der Song dank Lea Michele bekannt - sie sang ihn in der Highschool-Serie "Glee".

Fakt 5: Höchste Ehren für Ute Lemper

Sie ist vermutlich der größte Musical-Star, den Deutschland hervorgebracht hat: Ute Lemper. Unzählige Male stand sie als "Velma" im Musical "Chicago" auf der Bühne - erst am Londoner West End, dann am New Yorker Broadway. Für ihre Darstellung wurde sie 1998 mit dem "Laurence Olivier Award" ausgezeichnet - Großbritanniens wichtigster Theater- und Musicalpreis.

Fakt 6: Goldrausch für den Film

Im Jahr 2002 kam die Filmversion von "Chicago" mit Renée Zellweger, Catherine Zeta-Jones und Richard Gere in die Kinos. Bei der Oscar-Verleihung sorgte der Streifen für Furore: Er war für 13 Goldmänner nominiert und holte sechs - darunter die Königsdisziplin, den Preis für den besten Film. 

Fakt 7: Zwei "Chicago"-Darsteller sind alte Bekannte

Die Niederländerin Carien Keizer gibt auf der Bühne des Stuttgarter Palladium-Theaters die "Roxie". Möhringen kennt die Musicaldarstellerin gut: Sie war hier schon für "42nd Steet" engagiert. Auch Lana Gordon (sie spielt die Rolle der "Velma") ist eine gute Bekannte: Sie stand hier schon für "Sister Act" auf der Bühne. 

Fakt 8: Das Orchester spielt eine Hauptrolle

Die Inszenierung von "Chicago" ist bewusst puristisch angelegt. Tanz und Musik stehen im Vordergrund. Deshalb sitzen die Musiker in Stuttgart auch nicht im Orchestergraben, sondern auf der Bühne. Die 14-köpfige "Big Band" wird so zum Bestandteil der Geschichte.

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