Der ugandische Staatschef Museveni ist einmal als Rebell gestartet – und reiht sich heute perfekt in den Club der afrikanischen Diktatoren ein, kommentiert Afrika-Korrespondent Johannes Dieterich.
Johannesburg - Yoweri Museveni stellte seinen Wahlsieg schon im Voraus sicher. Der 76-jährige ugandische Dauerherrscher weiß längst, wie man Herausforderer – in diesem Fall den Popstar Robi Wine – an die Wand drückt: Man verwehrt ihnen den Zugang zu den staatlichen Medien, sperrt sie während des Wahlkampfes immer wieder ins Gefängnis und jagt ihren Fans Angst und Schrecken ein. Schließlich schaltet man während des Urnengangs noch das Internet ab, während sich die vom Präsidenten eingesetzte Wahlkommission das Ergebnis ungestört zusammenbasteln kann.
Wie die Abstimmung unter fairen Bedingungen ausgegangen wäre, weiß keiner. Das lief schon bei den jüngeren der sechs ugandischen Wahlen so, mit denen sich Museveni im Amt bestätigen ließ – wie auch bei der Mehrzahl der über zwanzig Urnengänge, die im vergangenen Jahr stattfanden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind Afrikas Abstimmungen zu einer einzigen Farce geworden – auch dank der Afrikanischen Union, die der Schändung ihrer Wahlstandards tatenlos zusieht. Als Rebellenchef nannte Museveni den Club afrikanischer Staatschef „Gewerkschaft der Diktatoren“: Längst ist er selbst einer deren übelsten Genossen.