Katrin Brodbeck-Gast mit Julian im Spielzimmer. Foto: Roberto Bulgrin

Freizeitspaß ist in der Pandemie sehr eingeschränkt. Aber Familien mit jüngeren Kindern können sich freuen: Das Mütterzentrum Esslingen vermietet sein Café als großes Spielzimmer.

Esslingen - D as Café des Esslinger Mütterzentrums (Müze) ist ein beliebter Treffpunkt für junge Familien. Doch spontan in der schönen Villa Pebra in der Martinstraße vorbeikommen, mit anderen jungen Müttern oder Vätern einen Kaffee trinken – seit Corona ist das nicht mehr möglich. „Zwanglose und niederschwellige Angebote zu machen, ist eigentlich so etwas wie unser Markenzeichen“, sagt die hauptamtliche Koordinatorin des Müze, Sybille Matthes-Bohn. In der ersten Corona-Phase war das Café zwar zeitweise noch offen, vorbeikommen durften Gäste aber nur nach Voranmeldung. Jetzt, im zweiten Lockdown musste man schließen.

Das Müze-Team hat sich überlegt, was man Familien trotzdem anbieten und wie man sie unterstützen kann. So entstand die Idee, in den Café-Räumen im Erdgeschoss Tische und Stühle zur Seite zu schieben und so viel Fläche zum Spielen und Toben zu schaffen. Jeweils nur eine Familie darf den besonderen Indoor-Spielplatz nutzen, ein Zeitfenster muss vorher gebucht werden. Zu den Spielsachen im Kinderzimmer, das es auch vorher schon gab, und der beliebten Spielküche stehen jetzt auch noch viele Bewegungselemente wie Rutschen oder Wippen zur Verfügung. Außerdem gibt es Bobbycars oder Laufräder, mit denen die Kleinen durch die drei Räume flitzen können.

Hüpfen, springen, klettern – im Müze-Café ist derzeit vieles erlaubt, was der Nachwuchs daheim vielleicht nicht machen darf. „Die Kinder genießen es sehr, dass sie auch mal andere Sachen ausprobieren können“, weiß Matthes-Bohn. Zwar sind die Spielplätze derzeit anders als im ersten Lockdown geöffnet, dafür lassen es die Wetterbedingungen oft nicht zu, dass man sich mit Kleinkindern lange draußen aufhält. So fällt vielen Familien zu Hause irgendwann die Decke auf den Kopf. Das kann Katrin Brodbeck-Gast bestätigen, die an diesem Vormittag mit ihren beiden Söhnen im Müze spielt. „Wir sind sehr froh über diese Alternative. Alle freuen sich, wenn man mal etwas anderes sieht als die eigene Wohnung“, sagt die junge Mutter. Vor allem dem sechs Monate alten Benjamin wird es auf den Spielplätzen im Freien oft langweilig. „Er will nicht die ganze Zeit auf dem Arm bleiben“, erzählt Katrin Brodbeck-Gast, auf dem nasskalten Boden kann sie ihn draußen aber auch nicht krabbeln lassen. Auch der große Bruder Julian, fast drei Jahre alt, freut sich immer, wenn es ins Müze-Spielzimmer zum Toben geht. Das Angebot hat sich inzwischen herumgesprochen, trotzdem gibt es immer wieder noch freie Termine. „Wir sehen viele neue Gesichter, aber auch altbekannte, die wir aus dem Cafébetrieb kennen“, berichtet Matthes-Bohn.

Ein Schwerpunkt des Mütterzentrums ist auch die Beratung von jungen Familien. Weil Präsenzveranstaltungen nicht erlaubt sind, finden gewohnte Angebote wie „Erziehungsfragen in der Familie“, „Sozialberatung für türkische Mitbürgerinnen“ oder die Rechtsberatung am Telefon statt. Interessierte müssen sich vorher anmelden. Am 22. Februar ab 19.30 findet zudem erstmals ein Online-Seminar „Erziehen durch guten Kontakt“ statt.

Das Spielzimmer im Müze, Martinstraße 37, kann jeweils eine Familie zu folgenden Zeiten buchen: Montag und Mittwoch von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr. Das Angebot ist kostenlos. Reservierungen sind telefonisch unter 0711/3702436 (Anrufbeantworter) oder per Mail unter mail@mueze-es.de möglich.

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