Das Rudersberger Motocross ist bei den Fans beliebt. Foto: 7aktuell.de/Kevin Lermer

In Rudersberg (Rems-Murr-Kreis) fanden sich am Wochenende mehrere tausend Motorsportfreunde zum Motocross ein – zweimal musste nach Unfällen der Rettungshubschrauber kommen.

Jedes Jahr im September wird das kleine Rudersberg zum Mekka für Motocross-Fans, wenn auf der Strecke des MSC Wieslauftal die weltweit besten Seitenwagen-Motocross-Teams um die Weltmeisterkrone kämpfen. Am Wochenende war es wieder so weit – allerdings kam es zu mehreren Unfällen, nach zweien davon wurde der Notarzt per Hubschrauber gebracht.

 

Am Samstagmorgen kam ein französisches Gespannteam von der Strecke ab. Laut dem MSC-Vorsitzenden Axel Siegle war die Ursache offenbar ein technischer Defekt: „Es ist zu vermuten, dass sich das Gas verklemmt hatte und der Fahrer das Gas nicht mehr reduzieren konnte.“ Das Gespann sei dann in einer Kurve geradeaus weitergefahren, dort erwischte das Motorrad einen Streckenposten des MSC. „Das sah wohl spektakulär aus, glücklicherweise ist er mit einer Gehirnerschütterung einigermaßen glimpflich davongekommen“, sagt Siegle.

Auch die beiden französischen Motorsportler verletzten sich – wie schwer, ist aber noch unklar. Gerüchten aus dem Fahrerlager zufolge soll sich der Fahrer jedoch beide Arme gebrochen haben. Da sich der Unfall nicht auf öffentlichen Straßen, sondern auf dem Gelände des MSC ereignete, liegen auch der Polizei eher spärliche Informationen zu dem Unfall vor. Ein Sprecher sagt, die Unfälle seien der Polizei nachträglich gemeldet worden. „Unsere Kollegen untersuchen den Unfall jetzt und legen dann auch einen Bericht an die Staatsanwaltschaft vor.“

Das Rudersberger Motocross ist bei Motorsportfans beliebt

Die Fahrer und Beifahrer sind eingespielte Teams. Foto: 7aktuell.de/Kevin Lermer

Der zweite größere Unfall ereignete sich am Sonntagnachmittag. Ein österreichisches Gespannt verunglückte. „Fahrer und Beifahrer haben die Strecke zunächst aus eigenen Kräften verlassen, später am Wohnmobil stellten sie dann aber fest, dass es ihnen nicht so gut ging.“ Auch diesmal flog der Rettungshubschrauber mit dem Notarzt an. Über die Art und Schwere der Verletzungen gab es am Montagmittag noch keine exakten Informationen.

Der MSC-Vorsitzende Axel Siegle erklärt, Unfälle würden zum Rennsport dazugehören: „Bei fast jedem Rennen ereignen sich einer oder mehrere Unfälle und entsprechende Sanitätereinsätze.“ Die Unfälle vom Wochenende hätten vermutlich keine Änderungen am Ablauf künftiger Rennen zur Folge: „Der Streckenposten, auch Flag Marshal genannt, stand außerhalb der Auslaufzone, genau dort, wo er sein sollte.“ Der Mann habe dennoch Glück im Unglück gehabt: „Er wurde ja von dem Motorrad nur gestreift. Wenn er voll erwischt worden wäre, hätte das noch ganz anders ausgehen können.“

Der MSC Wieslauftal hat das Motocross-Event nunmehr zum 61. Mal gestemmt. Bei zwei verschiedenen Läufen kämpfen bei dem Rennen Fahrer und Beifahrer um Punkte für die Weltmeisterschaft – entschieden ist diese allerdings noch nicht. Laut Axel Siegle findet in rund zwei Wochen in Frankreich die letzte von insgesamt 13 Veranstaltungen statt.

Unter den Teams befanden sich in diesem Jahr auch Joshua und Noah Weinmann, Nachwuchspiloten des MSC Wieslauftal. Das Rudersberger Motocross ist bei Motorsportfreunden sehr beliebt, das Rahmenprogramm umfasste in diesem Jahr unter anderem Freestyle-Shows, Livemusik, ein Festzelt, ein Feuerwerk am Freitagabend und die Verlosung eines E-Bikes im Wert von 2500 Euro. Laut Siegle wird das Event in guten Jahren von 10 000 bis 12 000 Menschen besucht.