Seite 3Miterfinder des Gin Monkey 47 Trend zum Selbstgebrannten entfacht

Von Alexander Ikrat 

Kein Muster für Kellers Mühle, wo der Gin bis 2015 gebrannt wurde. Der 48-Jährige betont, dass das Brennen als Hobby gedacht war, als er und seine Frau zehn Jahre vorher die Mühle gekauft hatten und erfuhren, was das sogenannte Brennrecht darauf bedeutete. „Wir wollten den Leuten wieder zeigen, was das für eine Tradition ist, und das Handwerk von Grund auf erlernen“, sagt der Autodidakt, der zu den Nachbarn ebenso Kontakt aufnahm wie zu den Experten der Uni Hohenheim. Doch anstatt nur Bewusstsein für die Leistung der 25 000 Kleinbrenner in Deutschland zu schaffen, war der Mann mit Vollbart und Blaumann maßgeblich daran beteiligt, dass plötzlich jeder Zweite mit Geld oder Marketingkenntnissen brennen wollte: „Da wird oft Enthusiasmus mit Kompetenz verwechselt“, sagt Keller, dem lieber gewesen wäre, wenn die Menschen einfach die qualitativ guten Originale der Kollegen gekostet hätten.

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