Die Warmbadehalle im Leuze Mineralbad vor der Sanierung Foto: Bäderbetriebe

Die Sanierung des Mineralbads kostet 200.000 Euro mehr als veranschlagt – deutlicher weniger Badegäste.

Stuttgart - Seit vergangenem Mai ist das Mineralbad Leuze eine Baustelle mit nur eingeschränktem Betrieb für Badegäste. Die umfangreiche Sanierung sollte ursprünglich ein Jahr dauern. Immer häufiger zweifeln die Besucher aber daran, dass dieser Zeitplan noch zu halten ist. Zu wenig tue sich auf der Baustelle, selbst das Personal glaube nicht an ein rechtzeitiges Ende der Arbeiten, sagen viele.

Bäder-Chefin Anke Senne räumt zwar ein, "dass es eng wird", geht derzeit aber davon aus, dass die Sanierung bis Ende Mai zu schaffen ist. Die Erfahrung etwa beim Einbau der Winzersauna lehre, dass sich in kurzer Zeit noch einiges tun könne. "Da hatten wir eine Woche vor der geplanten Eröffnung noch eine Großbaustelle", erinnert sich Senne, "und am Ende hat doch noch alles geklappt."

Besucherrückgang um etwa 30 Prozent

Ausschließen lässt sich das bereits für die Einhaltung des Kostenrahmens. Die ursprünglich mit 5,23 Millionen Euro veranschlagte Sanierung wird rund 200.000 Euro teurer werden. "Das ist noch im Rahmen, wir haben an verschiedenen Stellen nachbessern müssen", sagt die städtische Bäderchefin. So musste man für die Fassade 90.000 Euro zusätzlich in die Hand nehmen, ein ursprünglich nicht eingerechneter Verbindungsgang wurde neu gestaltet und bei der Technik nachgebessert.

Die umfangreiche Sanierung ist nötig geworden, weil im Leuze nach 27 Jahren ununterbrochener Nutzung Decke, Glasfassade und Belagsflächen der Warmbadehalle erneuert werden müssen. Seit 2. Mai vergangenen Jahres sind deshalb nur Kinderland, Kaltbadehalle sowie die beiden 20 und 27 Grad warmen Mineralwasserbecken im Außenbereich geöffnet. Auch die Saunalandschaft ist nutzbar.

Die Teilschließung mit der Sanierung des Herzstücks des mit Abstand besucherstärksten Stuttgarter Mineralbades wirkt sich deutlich bei der Zahl der Badegäste aus. Im Jahr 2011 sind 660.000 Besucher gekommen - gut 21 Prozent weniger als im Jahr davor. Dabei sind die ersten vier Monate, in denen das Bad regulär geöffnet war, noch eingerechnet. Tatsächlich dürfte der Rückgang seit der Schließung um die 30 Prozent betragen und damit mehr, als man bei den Bäderbetrieben erwartet hatte. "Das tut weh", sagt Anke Senne. Ob und in welchem Umfang Besucher auf die anderen Stuttgarter Mineralbäder ausweichen, könne man nicht sagen. Eine Verzögerung bei der Sanierung könnte da besonders schmerzlich sein.

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