Der Beschluss für den Abriss der Villa und den Bau eines neuen Gebäudes für die Bad-Berg-Sommergastronomie soll im Laufe des kommenden Jahres gefasst werden. Foto: Jürgen Brand

Der zuständige Ausschuss des Landtags hat die Petition des Vereins Berger Bürger abgelehnt. Jetzt laufen die Planungen für den Abriss der nicht denkmalgeschützten Villa und einen Neubau für die Sommergastronomie des Mineralbads Berg weiter.

S-Ost - Die Blankenhorn-Villa auf dem Gelände des Mineralbads Berg wird möglicherweise schon im kommenden Jahr abgerissen. Eine Petition des Vereins Berger Bürger an den Landtag von Baden-Württemberg zum Erhalt der Villa ist nicht erfolgreich gewesen. Deswegen ist die Stadtverwaltung verpflichtet, die Planungen für eine neue Sommergastronomie für das Mineralbad entsprechend einem Beschluss des Bäderausschusses des Gemeinderats fortzusetzen.

Bad wird 2020 mit Interimslösung eröffnet

Auf die Sanierung des Mineralbads Berg hat dies keinen Einfluss. Das Bad soll Mitte 2020 wiedereröffnet werden, für den Außenbereich wird eine Interimsgastronomie eingerichtet. „Dabei ist das Ziel aller Beteiligten, diese Übergangslösung so schnell wie möglich durch die Inbetriebnahme der Neubaulösung zu ersetzen“, teilt die zuständige Fachabteilung über die Pressestelle der Stadt auf Anfrage dieser Redaktion mit. Der Verein Berger Bürger will seine Bemühungen um den Erhalt der Villa, die nicht denkmalgeschützt ist, trotzdem nicht aufgeben. In der nächsten öffentlichen Sitzung des Bezirksbeirats Stuttgart-Ost am 11. Dezember steht das Thema erneut auf der Tagesordnung, in Form eines Antrags der CDU-Fraktion. Mitglied der Fraktion als stellvertretender Bezirksbeirat ist auch Walter Hofstetter vom Vorstand des Vereins Berger Bürger.

Der Petitionsausschuss des Landtags hat in der Begründung für seine Entscheidung das Verfahren rund um das Schwanenplatz-Areal und das Mineralbad Berg ausführlich dargestellt und daraufhin geprüft, ob bei den Beschlüssen alle rechtlichen Vorgaben eingehalten wurden. Der Verein Berger Bürger war nach einer umfangreichen Bürgerbeteiligung zur Gestaltung des Schwanenplatz-Areals in einem Unterausschuss vertreten, der im April 2012 als beratender Ausschuss des Bäderausschusses und des Umwelt- und Technik-Ausschusses des Gemeinderats gegründet worden war.

Alte Gastronomie heute nicht mehr zulässig

In der Folge fasste der Gemeinderat am 19. Dezember 2013 einen Grundsatzbeschluss für das Areal, „der die Fortführung der Planung zur bestandserhaltenden Sanierung des Mineralbads umfasste“, wie es in der Landtagsdrucksache zu der Petition heißt. Dies setzte sich auch im Baubeschluss zur Generalsanierung am 21. Juli 2016 fort, der vorsah, „das Bestandsgebäude mit der Sommergastronomie für den weiteren Betrieb zu ertüchtigen“.

Die Arbeiten zur Generalsanierung des Bad Berg begannen am 26. September 2016. Schon wenig später wurde die im Untergeschoss der Blankenhorn-Villa angesiedelte Sommergastronomie mit zwei Anbauten auf eine Sanierung hin untersucht. Dabei stellte sich nach Angaben der Stadtverwaltung heraus, dass eine Sanierung aufgrund nicht zu behebender betrieblicher Mängel im Bestandsgebäude nicht möglich sei, „da ein Gastronomiebetrieb in wesentlichen Punkten nicht konzessions- und genehmigungsfähig wäre“. Deshalb schlug die Stadt den Abbruch der Villa und einen eingeschossigen Gastronomieneubau an gleicher Stelle vor.

Bezirksbeirat für Erhalt, Gemeinderat dagegen

Im Frühjahr 2018 intervenierte der Verein Berger Bürger und bat die Stadt um eine erneute Prüfung einer Sanierung des Mitteltrakts der Villa. Ein kleiner Neubau, sollte die für eine Gaststättenkonzession erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, die beiden heutigen Seitenflügel sollten abgerissen werden. Dem Prüfauftrag kam die Stadt auch nach. Das Ergebnis dieser Prüfung wurde in einer neuen Beschlussvorlage im Herbst 2018 zunächst dem Bezirksbeirat, dann dem Bäderausschuss präsentiert. Demnach wäre die vom Verein Berger Bürger bevorzugte Variante deutlich teurer als der Abriss der Villa. Der Bezirksbeirat Stuttgart-Ost, der nur beratende Funktion hat, lehnte daraufhin die Beschlussvorlage der Stadt mit dem Abrissvorschlag bei einer Enthaltung ab. Der Bäderausschuss des Gemeinderats allerdings beschloss am 26. Oktober die von der Stadt vorgeschlagene Neubaulösung mehrheitlich, woraufhin die Planungen in diese Richtung fortgesetzt werden sollten. Die Petition der Berger Bürger an den baden-württembergischen Landtag unterbrach diesen Planungsprozess.

Der Baubeschluss für den Neubau der Sommergastronomie und dem damit verbundenen Abriss der Villa soll nach Angaben der Stadt im Laufe des kommenden Jahres gefasst werden.

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