Bierzapfexperte Frank Nopper (li.) bei der Arbeit. Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Was tun, wenn Frühling ist und das Wetter so gar nicht mitspielt? Küchenpsychologe KNITZ weiß Rat.

Auf dem Stuttgarter Frühlingsfest, hat KNITZ neulich aus seiner Zeitung erfahren, wird das Bier künftig bei Wirtin Nina Renoldi auf Wunsch aus kleinen Fässern am Tisch ausgeschenkt. Als KNITZ das las, kam ihm der Herr Oberbürgermeister Frank Nopper in den Sinn. Zum einen, weil der stets auf der Suche nach Bürgernähe ist. Zum andern, weil der OB sich als formidabler Anzapfer bereits einen Namen gemacht hat.

 

Wenn der Nopper mit dem Hammer von Tisch zu Tisch geht, dachte sich KNITZ, dann könnte er mit einem gezielte Schlag also mehrere Dinge auf einmal erledigen. Was für ein genialer Zapfenstreich!

Ist das nicht der Job von First Gudrun?

Nun werden Sie, liebe Leserinnen und Leserinnen, vermutlich einwenden: Was zerbricht sich dieser KNITZ seinen Kopf über das öffentliche Erscheinungsbild seines OBs? Das gehört doch zum Aufgabenbereich von Frau Oberbürgermeisterin, auch First Gudrun genannt. Da mögen Sie richtig liegen, aber KNITZ hält sich in diesen Tagen so ziemlich an allem fest, was irgendwie nach Frühling klingt.

Reden wir also übers Wetter, das, freundlich gesprochen, nicht im Ansatz eines Frühlings würdig ist. Man muss ja schon froh sein, wenn man morgens nicht vom Nachbarn geweckt wird, der seine Scheibe freikratzt. KNITZ fragt sich, ob es nicht etwas voreilig war, als er vor einer Woche die Sommerreifen aufzog.

Erschwerend kommt hinzu, dass Menschen, die in diesen Tagen auf der Sonnenseite leben, KNITZ an ihrem Glück teilhaben lassen. Ein ihm bekannter Künstler etwa hat KNITZ ungefragt per Whatsapp ein Video geschickt, auf dem besagter Herr mit einem Kumpel durch die sonnenbeschienenen Südalpen rennradelt. Ein paar Mal hat KNITZ dem Künstler schon ein Bild abgekauft. Damit ist jetzt Schluss.

Zurück zum Wetter. Erstaunlicherweise zwitschern und tirilieren die Vögel jeden Morgen, als herrsche eitel Sonnenschein. Das hat KNITZ auf eine Idee gebracht:

Warum dem Wetter nicht die Stirn bieten, indem man einen auf Frühling macht. Was spricht dagegen, das leichte Frühlingskleid über die Winterjacke zu ziehen? Nämliches dürfte auch mit einem weit geschnittenen Hawaiihemd möglich sein.

Linsen und Spätzle vom Speiseplan streichen

Ab sofort wird auch der Speiseplan umgestellt. Selbst wenn die Temperatur nach Linsen mit Spätzle schreit, kommt jetzt nur noch leichte Frühlingskost auf den Tisch. KNITZ ging beim Chinesen mit gutem Beispiel voran und ließ sich einen Berg Frühlingsrollen als Hauptgang servieren.

Bereits beim Aufstehen können wir einen Beitrag leisten. Einfach das Bett in der Früh zur Linken verlassen und im Büro das hohe Lied vom Frühlingserwachen anstimmen.

Zwar steht der wissenschaftliche Beleg noch aus, aber KNITZ ist sich sicher: Wenn wir uns den Frühling intensiv genug einreden, dann bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als zu kommen. Ist wie bei der Energiewende. Herbeireden ist teil der Strategie.

KNITZ jedenfalls radelt seit dieser Woche konsequent in kurzen Hosen, komme, was wolle. Womöglich mag das nicht zuträglich für Knochen und Muskulatur sein. Aber wenn’s irgendwo zwickt, dann sind das für KNITZ Frühlingsgefühle.