Ludwigsburgs Basketballer (in schwarz) haben gegen Murcia das Nachsehen. Foto: Baumann

Die Basketballer der MHP Riesen Ludwigsburg haben in der Champions League das Spiel um Platz drei gegen Murcia verloren. Dafür gab es eine Auszeichnung für John Patrick – er wurde in diesem Wettbewerb zum Trainer des Jahres gewählt.

Athen - Ehre, wem Ehre gebührt. John Pa­trick wurde am Rande des Final Four der Champions League (BCL) als Trainer des Jahres ausgezeichnet in diesem internationalen Wettbewerb. „Ich teile diese Ehrung mit dem gesamten Team“, sagte der 50-Jährige. So standen die Basketballer der MHP Riesen aus Ludwigsburg am Ende des Turniers in Athen zumindest nicht ganz mit leeren Händen da, nachdem der Bundesligist auch das Spiel um Platz drei gegen UCAM Murcia am Sonntagnachmittag mit 74:85 verloren hatte – und Vierter wurde, was noch mit 140 000 Euro honoriert wurde. „Am Ende war Murcia etwas cleverer – und traf auch alle wichtigen Würfe“ (Patrick).

Dennoch kann das Abschneiden der Riesen in der BCL nicht hoch genug bewertet werden. Schließlich mussten sie sich durch die Mühlen von sechs Qualifikationsspielen quälen, landeten in der 14 Spiele umfassenden Gruppenphase auf dem zweiten Platz (hinter Titelverteidiger Teneriffa) und hatten am Ende lediglich sechs Niederlagen bei 26 Spielen auf dem Konto: Eine stolze Bilanz, die den Verein zuletzt unter die Top Ten in der europäischen Club-Rangliste geführt hatte, vor etablierten Teams wie Bayern München, dem FC Barcelona oder Brose Bamberg.

Schwäche beim Rebound

Die Riesen mussten am Sonntag von Beginn an einem Rückstand hinterherlaufen. Nach dem knappen 17:18 zur ersten Viertelpause blieb das Team viereinhalb Minuten ohne Korberfolg, so dass die Spanier auf 27:17 davonziehen konnten.

Das war die Basis für den Erfolg, die noch dadurch untermauert wurde, dass das Pa­trick-Team aufgrund der Ausfälle der Center Johannes Thiemann und Justin Sears auch am Korb unterlegen war – 12:26-Rebounds zur Pause (32:42) sprachen eine deutliche Sprache, besonders weil dieser Index normalerweise eine der Stärken verkörpert. Die Spanier, eine Multikultitruppe mit Legionären aus den USA, England, Holland, Belgien oder Brasilien, ließen erkennen, warum sie am Freitag nur hauchdünn – und wohl auch wegen einiger umstrittener Schiedsrichterentscheidungen – gegen Gastgeber AEK Athen das Finale verpasst hatten.

Kerron Johnson bester Werfer

Mit zwei technischen Fouls im Paket brachten die Spanier den Gegner im dritten Viertel nach einer Elf-Punkte-Führung auf 38:43 heran – und zu Beginn des letzten Abschnitts sogar bis auf drei Punkte (57:60). Aufgeben gilt nicht unter Patrick, in dessen Team Kerron Johnson (17 Punkte) bester Werfer war. Der sagte nach der Niederlage gegen den Tabellenachten der starken spanischen Liga: „Wir wollten gewinnen, aber in Anbetracht unserer Ausfälle könnte ich trotzdem nicht stolzer auf unser Team sein.“

Nach dem Rückflug aus Griechenland an diesem Montag bleiben gerade einmal zwei Tage Zeit, um sich auf den nächsten Saison-Höhepunkt vorzubereiten: die Play-offs. Die starten für die Riesen verspätet am Donnerstag (18.15 Uhr) gegen den Tabellensechsten Medi Bayreuth. Im Viertelfinale der BCL hatte das Patrick-Team just diesen Gegner in zwei packenden Duellen ausgeschaltet. Also sagte Johnson mit Blick auf Bayreuth: „Es ist Zeit, sich zu sammeln und dann zurückzuschlagen.“

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