Daniel Grieder wird im Juni 2021 an die Spitze von Hugo Boss wechseln. Foto: dpa/Pedro Fiuza

Der Schweizer Daniel Grieder, der erst kürzlich seinen Chefposten bei Tommy Hilfiger abgegeben hat, soll Mark Langer an der Spitze des Metzinger Modekonzerns ablösen. Statt in Amsterdam ist sein Büro künftig in Metzingen.

Metzingen - Der Aufsichtsrat habe Daniel Grieder mit Wirkung zum 1. Juni 2021 für die Dauer von fünf Jahren zum Vorstandsvorsitzenden von Hugo Boss bestellt, teilte der Metzinger Modekonzern am Dienstagabend mit. Grieder tritt die Nachfolge von Mark Langer an, der zum 30. September 2020 bei Hugo Boss ausscheiden wird. In der Übergangszeit übernimmt Boss-Finanzvorstand Yves Müller den Posten als Sprecher des Vorstandes.

„Unser Wunschkandidat“

„Daniel Grieder war unser Wunschkandidat“, kommentierte Boss-Aufsichtsratschef Hermann Waldemer die Personalie und lobte dessen charismatische Persönlichkeit, internationale Expertise und Erfahrung in Markenführung, Vertrieb und Digitalisierung. Er sei die Idealbesetzung. Grieder selbst sagte: „Hugo Boss ist ein großartiges Unternehmen. Ich komme in einer spannenden Phase und freue mich sehr darauf, meinen Beitrag zur Weiterentwicklung dieser deutschen Fashion-Ikone zu leisten.“

Der Schweizer Daniel Grieder dürfte eine gute Wahl für Hugo Boss sein und den Modekonzern wieder auf die Erfolgsspur führen. Der 58-Jährige hat Erfahrung, denn bei der US-Modemarke Tommy Hilfiger ist ihm das bereits gelungen. Er sanierte sie, sorgte für steigende Umsätze und eine jüngere Kundschaft. Grieder kennt sich in der Modewelt und auf den internationalen Fashion-Show-Bühnen aus. 23 Jahre war er bei Tommy Hilfiger, 2014 hatte er den Chefposten übernommen und ihn Anfang Juni 2020 dann überraschend abgegeben. „Es gibt niemals den perfekten Moment, um eine Organisation zu verlassen, die man liebt“, sagte Grieder, „entweder du gehst zu spät oder zu früh“.

Ein guter Ruf und gut vernetzt

Er hat offenbar den richtigen Zeitpunkt erwischt. Hugo Boss hatte kürzlich die Verhandlungen mit Grieder bestätigt. Dass Boss-Chef Mark Langer das Unternehmen verlassen wird, steht bereits seit März fest. Nun ist dessen Nachfolge geregelt. Der künftige Boss bei Hugo Boss hat in der Branche einen guten Ruf und ist vernetzt. Er stammt aus Schaffhausen und spricht mit einen unverkennbaren schweizerischen Akzent. Sein Credo klingt simpel: „Man muss nur verstehen, was der Konsument will, wo und wie er kauft“, hatte er es einmal formuliert. Wohl deshalb hat er verstärkt auf Digitalisierung gesetzt. Er führte bei den Modeschauen das sogenannte „see now, buy now“ ein. Kunden, die die Show verfolgen, können zeitgleich schon ordern.

Vater von zwei Kindern

Sein früherer Arbeitgeber Tommy Hilfiger gehört mit Marken wie Calvin Klein und Speedo zum Phillips-Van-Heusen-Konzern (PVH). Grieder steuerte Hilfiger vom Büro in Amsterdam aus, das tauscht er nun als künftiger Boss-Chef gegen ein Büro in Metzingen ein. Er ist mit einer Holländerin verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seine freien Wochenenden verbringt er am liebsten mit der Familie, die in Zürich lebt. Nun dürfte er von Metzingen aus pendeln – Arbeit gibt es zuhauf.

2019 musste Hugo Boss zweimal seine Prognose senken. 2020 kam noch die Corona-Krise hinzu. Hugo Boss beschäftigt rund 14 600 Mitarbeiter und machte 2019 etwa 2,9 Milliarden Euro Umsatz.

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