Auch eine Destille aus Tübingen liefert heimischen Gin. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Im Römerkastell präsentieren 90 Aussteller Hochprozentiges: Was an der Bar im Trend liegt, lesen Sie hier.

Stuttgart - Kommt ein Mann in die Bar. . . Was heißt hier einer? Wo so viele Plätze an Theken locken, Batterien von Flaschen verführen, jeder Schluck damit entschuldigt werden kann, dass man ja verkosten müsse und obendrein alles rein geistig sei, ist die maskuline Überzahl eindeutig: Zum vierten Mal verwandelt die 0711 Spirits, die größte Spirituosenmesse der Stadt, die Phönixhalle auf dem Römerkastell für ein Wochenende in den angesagten Hotspot der Stadt.

Wer auf die Frage eines Bartenders, was es denn sein dürfe, beschämend ignorant mit der Antwort zögern muss, statt lässig seinen Drink zu ordern, sollte sich hier geistig auf die Sprünge helfen lassen. Oder auch auf den Barhocker. Was ist denn derzeit der angesagteste Drink? „Ein Moskau Mule“, verrät Roman Kowalew. Aus Wodka, Ginger Beer, Limettensaft und einem Stück Gurke. Kowalew muss es wissen, denn er kommt aus St.Petersburg und lädt zum Kurztrip nach Sibirien ein. Dort wird sein Wodka der Marke Beluga aus reinem Weizen destilliert.

Der Gin von heute kommt ohne würzige und aromatische Zutaten nicht aus

Aber der Russen-Drink wird schnell zum London Mule: Mit Gin, voll im Trend und mit ganz unterschiedlichen Geschmacksnoten. Wacholder muss sein. Familie Wuchner aus dem Glottertal fügt Rosenblätter und Rhabarber dazu. Der Munich Dry Gin von Korbinian Achternbusch verwöhnt mit Aromen von Koriander, Lavendel, Blaubeeren, Aroniabeeren und Limettenschalen und wird noch getoppt vom Stuttgart Dry Gin: „Wir verwenden 46 Zutaten“, verraten Markus Escher und Alexander Franke. Unter anderem Kardamon, Rosmarin, Hibiskusblüten, Granatapfelkerne und Zitrusfrüchte.

Etwas Belebendes für Geist und Körper wünschte sich 1903 King Edward VII. von England und bekam einen Ingwer Liqueur, der dem berüchtigten Lebemann offenbar neuen Schwung verlieh. Tobias Keuper, der ihn präsentiert, hält sich selbst lieber an Rum. Der weiße Rum aus Jamaika in seinem Sortiment sei beim Berliner Rum-Festival zum Besten gekürt worden.

Die Spirituosenmesse ist am Samstag von 13 bis 23 und am Sonntag von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Eintritt: 20 Euro. Ein Tipp für die Damen: Es gibt auch Champagner.

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