E-Bike-Tourismus wird immer beliebter. Die CMT-Tochtermesse „Fahrrad- & Wanderreisen“ zeigt an drei Tagen viele Neuerungen auf dem Markt mit elektrischen Fahrrädern. Doch auch für Wanderfans ist einiges geboten.
Aktivurlaub mit dem E-Bike wird immer beliebter. Die dreitägige CMT-Tochtermesse „Fahrrad- & Wanderreisen“ zeigt, dass es nicht nur große Unterschiede bei den elektrisch betriebenen Fahrrädern gibt, die sich für den Urlaub eignen. Auch bei den E-Bike-Reisen selbst ist die Vielfalt enorm.
Klar, beim Thema E-Bike-Tourismus sehen vor allem regionale Anbieter ihre Chance, ein Stück vom großen Kuchen abzubekommen. Dass sich zum Beispiel das Schwäbische Donautal als Radregion vermarktet, liegt auf der Hand. Am Wochenende das Pedelec auf den Autoradträger schnallen, ein paar Kilometer fahren und schon kann es losgehen mit der elektrisch unterstützten Radtour. Kein Wunder also, dass in Halle 9 der CMT nicht nur Fahrradhersteller ihre Stände haben, sondern auch die Tourismusvertreter von Schwarzwald, Schwäbischer Alb und Co.
Eine ganz andere Kategorie des E-Bike-Tourismus stellen Tourenangebote in fernen Ländern dar. Spezialisten wie Biketeam Radreisen bieten E-Bike-Gruppenreisen praktisch auf der ganzen Welt an. Ob Südafrika, Neuseeland oder Japan, dank der Elektromotoren am Fahrrad lassen sich auf dem Sattel nicht nur große Entfernungen relativ schweißarm zurücklegen, sondern auch Höhenmeter.
Auf dem Fahrrad um die ganze Welt
„Die Zielgruppe für diese E-Bike-Reisen sind ältere Menschen ab Ende 50“, sagt Peter Bär, Geschäftsführer von Biketeam Radreisen. E-Bike-Reisen an fernen Destinationen gibt es bei dem Freiburger Unternehmen erst seit rund sieben Jahren. Ursprünglich waren die Angebote von Biketeam Radreisen an sportiven „Bioradlern“ ausgerichtet, so Bär.
„Die E-Bike-Reisen werden aber immer beliebter.“ Ziel sei dabei nicht das Kilometerbolzen, sondern das entspannte Fahren auf zwei Rädern. Weil elektrisch betriebene Fahrräder aufgrund der entzündbaren Batterie nicht im Flugzeug befördert werden dürfen, kooperiert der Anbieter mit Radverleihern auf der ganzen Welt. Schnäppchen sind solche E-Bike-Fernreisen allerdings nicht: Das Rundumsorglospaket für 14 Tage entlang der Küste Südafrikas schlägt inklusive Flug mit knapp 5000 Euro pro Person zu Buche.
Verschiedenste Modelle liefern Vielfalt
Je nachdem, was man im Urlaub mit dem E-Bike unternehmen will, gibt es ganz unterschiedliche Modelle auf der Messe: vom profilstarken Mountainbike für die Tagestour im Gelände, über das Tourenrad für die Radreise mit Gepäck bis zum Klapprad mit Elektroantrieb, das ursprünglich vor allem für Camping und Caravan entwickelt wurde.
Bike2Care aus der Nähe von Hannover hat sich auf solche Falt-E-Bikes spezialisiert. Geschäftsführer René Niepold erklärt, dass die Fahrräder seiner ursprünglichen Nutzung inzwischen entwachsen seien: Weil zusammengeklappte Räder beim Transport in der Bahn als Gepäckstücke gelten, entfalle dort für diese Räder der zusätzliche Tarif. „Auch Sperrzeiten für den Radtransport im Berufsverkehr fallen dann weg“, sagt Niepold. Das habe den Nutzerkreis dieser Räder deutlich erweitert.
Marktneuheiten können auch direkt getestet werden
Auch am Parcour-Zelt, wo Mann und Frau in Halle 9 Fahrräder ausprobieren können, sitzen viele ältere Menschen auf E-Bikes mit kleinen Rädern, die dem guten alten Klapprad verdächtig ähnlich sehen. So wie Martin Weber. Der 62-Jährige sucht ein E-Bike für den Wohnmobilurlaub. „Damit geht’s dann“, erklärt Weber, „vom Campingplatz in die Stadt.“
Mit einer Marktneuheit wartet die Pinion GmbH aus Denkendorf auf: Das Unternehmen von den Fildern hat im vergangenen Sommer den Pinion MGU auf den Markt gebracht, eine Motor-Getriebe-Einheit fürs E-Bike, das das Schalten überflüssig macht. „Das gab es bisher noch nicht“, so Pinion-Mitarbeiter Stefan Lang. „Man muss keine Schaltung pflegen, das Fahrrad hat keine Kette, das ganze System ist pflegeleicht und hat nahezu null Wartungsaufwand.“ Nach 10 000 Kilometer sei ein Ölwechsel fällig. Pinion kooperiert nach eigener Aussage bereits mit über 100 E-Bike-Produzenten.
Fahrräder dürfen bald auch blinken
Ein Novum auf dem E-Bike-Markt sind übrigens Blinker am Fahrrad, die bislang verboten waren. Aufgrund der steigenden Unfallzahlen mit Pedelecs hatte das Bundesverkehrsministerium ganz aktuell Anfang Januar seinen Willen bekundet, das Verbot für Blinker an Rädern aufzuheben.