Vereinfachter Frontflügel, schwungvolles Design – mit dem neuen Mercedes W10 möchte Lewis Hamilton seinen sechsten WM-Titel gewinnen. Foto: Daimler

Der neue Formel-1-Mercedes W10 ist schick – er stellte die Ingenieure aber wegen Regeländerungen vor eine neue Herausforderung.

Stuttgart - Mercedes hat am Mittwoch seinen neuen Rennwagen für die Formel-1-Saison 2019 präsentiert. Der Wagen mit der Typenbezeichnung F1 W10 EQ Power + war eine echte Herausforderung für die Entwickler in den beiden britischen Rennfabriken, die sich in Brixworth (Motor) und Brackley (Chassis) befinden. Ein neues Regelwerk stellte vieles von dem, was man sich bereits im vergangenen Frühjahr für den neuen Rennwagen ausgedacht hatte, auf den Kopf. „Die Saison 2019 stellt uns alle vor neue Herausforderungen. Das Reglement hat sich erheblich verändert. Wir beginnen bei null und müssen uns erneut beweisen – im Vergleich mit unseren eigenen Erwartungen, aber auch gegen unsere Konkurrenz“, sagt der Mercedes-Teamchef Toto Wolff und kommt zu dem Ergebnis: „Wir gehen mit null Punkten in die Saison.“

Die anderen Teams zwar auch, dennoch wird Wolff den Verdacht nicht los, dass Neuerungen dazu da sind, das Top-Team im Hinblick auf eine spannendere Konkurrenzsituation zu schwächen. Nichts Neues in der Formel 1 – und nichts Neues für Toto Wolff. „Tatsächlich hat durch die Regeländerungen für die neue Saison jedes Team eine Chance auf den Titel und wir sehen jeden als einen möglichen Konkurrenten an – aber wir freuen uns alle auf die Herausforderung“, sagt der Österreicher und gibt sich kämpferisch.

Es wird mehr Sprit verbrannt

Es gab umfassende Änderungen an der Aerodynamik. Die Frontflügel mussten deutlich einfacher gestaltet werden, gleichzeitig wurden auch die Bremslüftungen simpler gebaut. Überdies wurde der Heckflügel etwas anders dimensioniert. Diese Änderungen kosten zwar etwas Speed, sollen aber mehr Überholmanöver zulassen. Auch wurde das Benzinlimit angehoben wird. Früher durften vom Rennstart bis zur Überquerung der Ziellinie maximal 105 Kilogramm verbrannt werden – 2019 sind es 110 Kilo.

Der technische Direktor des Mercedes-Teams, James Allison, sagt, dass der Reife-Prozess des Neuwagens noch lange nicht abgeschlossen ist. Aufgabe der Ingenieure sei es, „das Maß an Freiheiten herauszufinden, mit dem wir die durch das neue Reglement verlorene Performance wieder zurückgewinnen können. Dieser Prozess läuft noch heute und wird auch bis Melbourne und darüber hinaus weiterlaufen, da die Teams ihre Autos im Saisonverlauf stetig weiterentwickeln“, sagt Allison.

Dennoch präsentierte sich der zehnte Formel-1-Mercedes, mit dem Lewis Hamilton seinen sechsten WM-Titel anstrebt, vor allem im Hinblick auf die Lackierung in neuem Glanz – sofern der Rennwagen auch beim Saisonauftakt am 15. März in Melbourne exakt so an den Start geht. Kleine Mercedes-Sterne, allerdings ohne den Ring drumherum, sind über das Chassis hinweg verteilt – der W10 sieht also ein bisschen so aus, als stecke er in einer Weihnachtsverpackung. Nun, irgendwie soll er ja auch ein Geschenk sein – für Lewis Hamilton und seinen Teamkollegen Valtteri Bottas. Und wenn’s geht, ein ziemlich schnelles.

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