In der Kreativwerkstatt in Feuerbach sind die Beschäftigten fleißig. Foto: /Peter-Michael Petsch

Der Leiter des Feuerbacher Werkhauses hat gekündigt. Ein Nachfolger soll schnell gefunden werden. Zwei potenzielle Kandidaten gibt es schon.

Feuerbach - Das bhz (ehemals Behindertenzentrum) Stuttgart möchte Menschen mit Behinderung „ein Höchstmaß an Selbstständigkeit und Vertrauen in die eigene Kraft“ mit auf den Weg geben. „Betreuung ist für uns nicht Bevormundung, sondern Partnerschaft, das Fördern von Fähigkeiten und das Erkennen von Begabungen“, heißt es auf der Internetseite des Vereins, der Mitglied im Diakonischen Werk der evangelischen Kirche in Württemberg ist. „Alle können und sollten sich nach ihren eigenen Möglichkeiten einbringen und am Arbeitsprozess sowie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.“ Das sei das Ziel. „Auf diese Weise bemühen wir uns um ein hohes Maß an Inklusion.“

Mehr als 200 Menschen mit Behinderung beschäftigt

Das bhz hat seinen Hauptsitz an der Heigelinstraße am Fasanenhof, aber auch einige Angebote am Standort Feuerbach. Unter anderem ist dort das Werkhaus im Gewerbegebiet Feuerbach-Ost mit seinen Außenstellen im Burgenlandzentrum, an der Dornbirner Straße und dem Tafelladen zu finden. Mehr als 200 Menschen mit Behinderung sind dort in den Bereichen Hauswirtschaft, Gastronomie, Dienstleistungen, Verpackung, Montage, in der Kreativabteilung sowie im Förder- und Betreuungs- sowie Berufsbildungsbereich beschäftigt beziehungsweise betreut.

Aktuell sucht das bhz eine neue Leitung für das Werkhaus. Seitdem Stefan Wegner zum 1. September 2017 nach 14 Jahren in dieser Funktion den Arbeitgeber wechselte, hat die Fluktuation auch zum Bedauern der Vorstandsvorsitzenden Irene Kolb-Specht etwas zugenommen. Zunächst hatten die langjährigen Stellvertreter von Stefan Wegner übernommen – Susanne Rabente und Michael Langer. Letzterer ging im Sommer 2020 in den Ruhestand, Rabente schon einige Monate zuvor. Mit Joachim Friz fand das bhz einen Nachfolger, der schon zum Jahresbeginn 2020 loslegen konnte. „Er kam aus der Jugendhilfe und dafür schlägt sein Herz auch heute noch“, sagt Kolb-Specht. Mitte November habe Friz die Kündigung zum Jahresende eingereicht. „Natürlich war das überraschend und traurig. Aber wir haben für diese Entscheidung Verständnis“, betont Kolb-Specht.

Von Corona weitestgehend verschont geblieben

Anfang Februar sollen die Gespräche mit den potenziellen Nachfolgern stattfinden. „Wir haben schon mindestens zwei vielversprechende Kandidaten.“ Bis die Stelle besetzt ist, übernehmen Kolb-Specht und Markus Sattler die Leitung.

Trotz der aktuellen personellen Lage und der Corona-Pandemie stehe das bhz aber gut da, sagt die Vorstandsvorsitzende. Zwar habe man den Verlust von zwei großen Auftraggebern noch nicht kompensieren können, aber die Tendenz gehe eh schon seit Längerem zu kleinen und kurzfristigen Aufträgen. Das sei natürlich für das bhz und seine Beschäftigten eine Herausforderung.

Corona habe zudem dazu geführt, dass die Eröffnung eines Cafés im Altenheim am Weilimdorfer Lindenbachsee verschoben werden musste. „Und im Bistro Cube an der Magirusstraße können wir nur noch Essen to go anbieten“, sagt Kolb-Specht. Das funktioniere aber ganz gut. Von Corona-Fällen in den Werkstätten sei das bhz weitestgehend verschont geblieben. „Wir haben die Eingangskontrollen verschärft, Schnelltests eingeführt und hatten somit nur vier Einzelfälle zu verzeichnen, die durch unser gutes internes Meldesystem schnell isoliert waren.“

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