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In der Datenaffäre bei der Deutschen Bahn sind anonyme Vorwürfe der Aktenvernichtung aufgetaucht. Bahnchef Hartmut Mehdorn wies die Beschuldigungen zurück.

Berlin - In der Datenaffäre bei der Deutschen Bahn sind anonyme Vorwürfe der Aktenvernichtung aufgetaucht. Diesen Hinweisen müsse man nachgehen, forderten die Abgeordneten des Bundestags-Verkehrsausschusses fraktionsübergreifend.

Bahnchef Hartmut Mehdorn wies die Beschuldigungen nach einer knapp vierstündigen Befragung im Ausschuss zurück. Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Uwe Beckmeyer, erklärte dagegen, Indizien für eine Aktenvernichtung hätten sich eher verstärkt.

Zudem haben sich die vom Bahn-Aufsichtsrat als Sonderermittler eingeschalteten Ex-Bundesminister Gerhart Baum und Herta Däubler-Gmelin bei dem Kontrollgremium über Behinderungen ihrer Arbeit beklagt. In einem Schreiben beschweren sie sich laut "stern.de", dass die Aufklärung durch "mangelhafte Kooperation seitens der DB AG stark behindert wird." Akten würden erst nach tagelangen Diskussionen herausgegeben, es würden nicht genügend Computer bereitgestellt. Auch diese Vorwürfe wies Mehdorn nach Teilnehmerangaben im Ausschuss zurück.

Alle Fraktionen und das Verkehrsministerium sehen noch erheblichen Klärungsbedarf. "Die Lampe muss jetzt ganz tief ins Unternehmen gehalten werden", sagte der Parlamentarische Staatssekretär Achim Großmann (SPD). Ein Abschlussbericht der ebenfalls vom Aufsichtsrat bestellten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG soll am 27. März dem Kontrollgremium vorgelegt werden. Mehdorn sagte, er sei bereit, dann alle weiteren Fragen im Ausschuss zu beantworten.

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