So sollen die Kronenhöfe Mitte 2021 aussehen. Foto: Baurmann und Dürr

Mitten in Backnang entsteht ein großes Geschäfts- und Wohnhaus. Kosten: rund 30 Millionen Euro. Welche Unternehmen einziehen und wie viel ein Quadratmeter Wohnfläche kosten wird, das ist noch nicht entschieden.

Backnang - Die Kronenhöfe in Backnang werden vermutlich erst Mitte 2021 fertiggestellt. Das hat der Geschäftsführer der Aspa GmbH, Andreas Benignus, jetzt auf Anfrage erklärt. Zunächst hieß es, das auf fast 30 Millionen Euro taxierte Neubauprojekt mitten in der Innenstadt würde bereits 2020 bezugsbereit. Die schlanken, mehrstöckigen Gebäude sollen spitze Dächer bekommen. Sie werden aussehen, wie ein Kleinkind ein Haus malt. Die Eduard-Breuninger-Straße soll deutlich verbreiterte Gehwege bekommen – mit Platz zum Flanieren.

Noch, sagt Benignus, sei „nicht final definiert“, welche Geschäfte in den Neubau einziehen werden. Sicher seien indes bereits ein Stadthotel sowie weitere Flächen für Einzelhandel, Gastronomie sowie „sonstige Dienstleistungsnutzungen“. Die Aspa-Gruppe werde einziehen und damit den Firmensitz von Aspach nach Backnang verlegen. Der Verkauf der Wohnungen werde erst nach der „finalen Baugenehmigung“ beginnen. Über Quadratmeterpreise könne er noch nichts sagen.

Kritik an dichter Bebauung

Der im Frühjahr neu gewählte Gemeinderat hat kürzlich den Bebauungsplan aufgestellt – das Votum fiel mit deutlicher Mehrheit. Lediglich Volker Dyken (Backnanger Demokraten) stimmte mit Nein. Er bemängelte, dass kein bezahlbarer – sprich preiswerter – Wohnraum geschaffen werde. Dyken sagte, er erkenne keinen Vorteil für die Bürgerschaft. Im Stadtparlament wurde die dichte Bebauung kritisiert. Ulrike Sturm (Grüne) wollte wissen, ob die Fassaden der Kronenhöfe begrünt werden könnten. Der Baudezernent Stefan Setzer erklärte, dass die Flachdächer begrünt würden. Fotovoltaikanlagen seien in der historischen Altstadt indes nicht geplant. Mit Blick auf die enge Bebauung sprach Setzer von einem Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Nachverdichtung – zwei eigentlich gewünschten Zielen, die sich aber einander ausschlössen.

Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) erklärte, dass die Kronenhöfe die Belebung der Innenstadt förderten – durch neue Geschäfte, das Hotel und durch neue Wege. Mit der Fertigstellung des Großprojekts soll erstmals eine direkte Verbindung vom Bahnhof ins Herz der City geschaffen werden.

Reverenz an die Stadtgeschichte

Die Baustelle läuft laut Benignus weitgehend nach Plan. Zurzeit werde die Baugrube ausgehoben. Die Hochbau- und Rohbauarbeiten könnten voraussichtlich im Oktober dieses Jahres beginnen. „Temporäre Behinderungen“ des Straßenverkehrs seien leider nicht „vollumfänglich“ auszuschließen. Das mit der Stadt abgestimmte Baustellen- und Logistikkonzept sorge bis dato aber für „einen reibungslosen Ablauf mit minimalen Beeinträchtigungen“. Bei den Untersuchungen der alten Gewölbekeller der längst angerissenen alten Gebäude auf dem Grundstück sind offenbar keine besonders wertvollen Gegenstände gefunden worden.

Kronenhöfe – der Name ist laut Oberbürgermeister Frank Nopper „eine Reverenz an unsere Stadtgeschichte“. Die Eduard-Breuninger-Straße hieß nämlich einst Kronenstraße. Und im Gasthaus Krone arbeitete von 1912 bis 1936 der Kreditverein Backnang, die heutige Volksbank Backnang. Hinter der Kronenhöfe GmbH stehen die Volksbank Backnang und die Firmengruppe Aspa.

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