Marteria lässt es am Dienstagabend in der Schleyer-Halle heiß hergehen: Moshpits und die Hände in der Luft bei Vollkontakt – und dann sagt der Deutschrapper einen Satz, der das Stuttgarter Hip-Hop-Herz höher schlagen lässt.
Es kam anders als geplant: da die Band 01099 wegen Krankheit nicht spielen konnte, sprang für das Konzert in der Stuttgarter Schleyer-Halle am Dienstagabend kurzerhand der Rapper Maeckes ein. Spontan mit Laptop und Gitarre im Gepäck heizte er den Fans ordentlich ein, die Minusgrade draußen waren bald vergessen.
Die ersten Moshpits bildeten sich bei dem Song „Partykirche“ und es sollten nicht die letzten des Abends gewesen sein. Ganz pünktlich um 21 Uhr startet dann Marteria und ließ es für die nächsten zwei Stunden krachen. Auf großformatigen Leinwänden liefen auf mehreren Ebenen bunte Visuals, die den Raum in schönste Farben tauchten. Eine fünfköpfige Band unterstützte ihn dabei mit samt Sängerin.
Marteria forderte zum Springen und Tanzen auf
Wie ein Tornado drehte der gebürtige Rostocker alias Marten Laciny, alias Marsimoto in der beinah ausverkauften Halle auf und die Fans dankten es ihm. Die Hände waren die allermeiste Zeit in der Luft und gingen mit zu Songs wie „Endboss“, „Scotty beam mich hoch“ oder „Marylin“. Es wurde gesprungen und getanzt. Dazu forderte Marteria auch schön regelmäßig auf.
Eine Reise in den Amazonas hatte ihn für den Song „Wald“ inspiriert – ein Statement für den Schutz der Wälder. „Plant for Future“ ist sein Herzensprojekt, wie es auf den Aushängen in den Hallengängen heißt, ein Spendenaufruf, um einen Baum zu pflanzen.
Im Laufe des Abends wurde das Hip-Hop Konzert immer mehr zum Rave und die Menge tobte. Riesige Moshpits bildeten sich. Doch der große Knall kam gegen Konzertende. Nicht umsonst heiße seine Tour „Vollkontakt“, sagte er und bat die Fans einen Gang für ihn zu bilden. Ohne zu zögern, begab er sich in die Menge und feierte eine Moshpit-Runde lang mit, bevor er sich wieder nach vorne tragen ließ. Ein pures Erlebnis. Konfettiregen sprühte von der Decke und auf der Bühne ging es noch mit Pyro zur Sache.
Stuttgart, eine besondere Stadt
Großer Jubel und Applaus für Marteria, der nun noch einmal alle Bandmitglieder einzeln vorstellte. Stuttgart sei für ihn eine besondere Stadt, in der er schon so oft war, sagte er dann – sei es bei den Hip-Hop Open, in der Schräglage oder den Wagenhallen. Und dann sagte er den Satz, der das Stuttgarter Hip-Hop Herz höherschlagen ließ: „Hier kommt Hip-Hop her“ – tosender Applaus garantiert. Marteria wollte die Woche für Stuttgart gut einläuten und das ist ihm wohl gelungen. Es dürfte keiner gegangen sein, ohne zumindest mal gezuckt haben.