Erfolgreiche Arbeit als Sportdirektor beim Regionalligisten 1. FC Saarbrücken: Marcus Mann (35). Foto: imago /Jan Huebner

Marcus Mann spielte für die Stuttgarter Kickers und wohnt in der Region. Seit 2016 fungiert er als Sportdirektor des 1. FC Saarbrücken – und feiert mit dem Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale seinen größten Erfolg. Wo das Ganze enden soll, verrät er im Interview.

Saarbrücken/Stuttgart - Er ist in Leonberg geboren, spielte von 2007 bis 2009 für die Stuttgarter Kickers und wohnt mit seiner Frau und den beiden Kindern (3 und 6) in Rutesheim: Marcus Mann (35), der Sportdirektor des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken ist nach wie vor mit der Region Stuttgart verbunden. Der Triumph über Fortuna Düsseldorf im Elfmeterschießen und der Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale ist sein größter Erfolg.

Herr Mann, haben Sie schon realisiert, was Ihr Club geleistet hat?

Es ist schon der Wahnsinn. Wir haben Geschichte geschrieben. Wir stehen im DFB-Pokal-Halbfinale, als erster Viertligist überhaupt. Das macht uns hier alle unfassbar stolz.

Wie war diese Überraschung möglich?

Unsere Taktik ging voll auf. Wir setzten auf Konter, machten das 1:0. Dann kassierten wir in der 90. Minute den Ausgleich, und es schießen einem die schwärzesten Gedanken durch den Kopf. Mit 120 Minuten in den Knochen nach Verlängerung auszuscheiden, das wäre der worst case gewesen.

Es ging aber ins Elfmeterschießen.

Und das war mehr als verdient. Was unsere Mannschaft in der Verlängerung, auch fußballerisch, gezeigt hat, davor muss ich sämtliche Hüte ziehen, das ist gar nicht in Worte zu fassen.

Und Ihr Keeper Daniel Batz hält insgesamt fünf Elfmeter.

Daniel macht das Spiel seines Lebens. Ich glaube so viele Elfmeter hat er von der F-Jugend bis zum Spieltag nicht einmal insgesamt gehalten wie jetzt in einem Spiel (lacht).

Nun ist es noch ein Sieg bis zum Finale in Berlin.

Wir haben immer Witze gemacht, je weiter wir kamen (Anm.d.Red.: Der FCS hat zuvor Jahn Regensburg, den 1. FC Köln und den KSC ausgeschaltet). Aber klar ist auch: Es wird von Runde zu Runde immer schwerer. Irgendwann ist man dann fällig.

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Das sehen Ihre Fans anders.

Sie dürfen träumen, aber für uns liegt der Fokus eindeutig auf der Liga. Wir wollen unbedingt aufsteigen, derzeit sind wir Spitzenreiter mit sechs Punkte Vorsprung. Und das Spiel am kommenden Samstag beim FC Astoria Walldorf wird richtig schwer.

Sie spielen bisher auch im DFB-Pokal im Ausweichquartier in Völklingen, das nur knapp 7000 Zuschauer fasst. Im Halbfinale müssten Sie umziehen. Wohin?

Das ist noch offen. Es natürlich auch ein gewisser Unterschied, ob man gegen den FC Bayern kommt oder eventuell gegen Union Berlin. Von der Entfernung her wäre das Stadion des 1. FC Kaiserslautern das am nächsten gelegene. Es gibt aber auch gewisse Aspekte zu beachten wie etwa die Fan-Problematik.

Sie spielten früher für die Stuttgarter Kickers und es gibt auch Spieler mit Stuttgarter Vergangenheit in Ihrem Team.

Das stimmt. Torwart Ramon Castellucci haben wir vor der Saison von den Kickers verpflichtet, ich habe ihn selbst im letzten Aufstiegsspiel in Alzenau beobachtet. Stürmer Fabian Eisele spielte in der Jugend für die Kickers und den VfB sowie beim VfB II. Der Allgäuer Markus Mendler war ja auch schon für die Blauen am Ball.

In der Saison 2015/16 – nicht ganz so erfolgreich.

Markus braucht viel Vertrauen. Wenn er das nötige Selbstvertrauen hat, gehört er mit seinen Qualitäten nicht in die Regionalliga.

Und nach dieser Saison steigt er dann mit dem 1. FC Saarbrücken in die dritte Liga auf und spielt nebenbei im Europapokal?

In dieser Reihenfolge (lacht). Im Ernst: Wir wissen das ganze schon richtig einzuordnen und tun gut daran, uns jetzt voll und ganz auf die Liga zu konzentrieren.

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