Manuel Fischer im Interview „Ich bin ein Kämpfertyp“

Von Jürgen Frey 

Manuel Fischer: Der Ex-Kickers-Spieler hofft bald auf sein Debüt im Dress des FC Homburg. Foto: Baumann
Manuel Fischer: Der Ex-Kickers-Spieler hofft bald auf sein Debüt im Dress des FC Homburg. Foto: Baumann

Manuel Fischer kämpft sich nach seinem Kreuzbandriss derzeit wieder einmal zurück ins Fußballleben. An diesem Dienstag (19.30 Uhr) kann er dem FC 08 Homburg im Fußball-Regionalligaspiel gegen die Stuttgarter Kickers allerdings noch nicht helfen.

Stuttgart - 2007 gab Manuel Fischer im Alter von 18 Jahren in der Champions League gegen den FC Barcelona im Camp Nou sein Profidebüt für den Bundesligisten VfB Stuttgart. Die Fußball-Welt schien ihm offen zu stehen. Doch Verletzungen warfen den Stürmer immer wieder zurück.

Herr Fischer, Anfang dieses Jahres haben Sie sich noch im Dress des damaligen Drittligisten Stuttgarter Kickers einen Kreuzbandriss zugezogen. Wie geht es Ihnen?
Die Verletzung habe ich mir am 9. Januar im Trainingslager auf Teneriffaim Testspiel gegen die tschechische U 21 zugezogen. Jetzt sind fast acht Monate vergangen, und ich habe wieder ein gutes Gefühl. Ich trainiere bereits wieder mit dem Ball und nehme bei verschiedenen Spielformen auch wieder am Mannschaftstraining teil.
Das Regionalligaspiel an diesem Dienstag (19.30 Uhr) gegen Ihren Ex-Club Kickers kommt aber noch zu früh?
Ja, im Gegensatz zu den ehemaligen Blauen Marco Gaiser und Randy Edwini-Bonsu kann ich leider nur auf der Tribüne sitzen. Ich habe am 15. September bei Dr. Ulrich Boenisch in Augsburg noch einmal eine Untersuchung. Danach, denke ich, werde ich zeitnah wieder spielen können.
Wie kam Ihr Wechsel zum FC 08 Homburg denn zustande?
Ich hatte zwar auch Gespräche mit den Stuttgarter Kickers, doch bei den Verhandlungen mit Homburgs Sportdirektor Angelo Vaccaro spürte ich den größeren Willen, mich wirklich zu wollen. Ich unterschrieb einen Vertrag bis Saisonende, der Club gibt mir die Zeit, wieder richtig fit zu werden. Dafür bin ich Angelo und unserem Trainer Jens Kiefer sehr dankbar.
Der Start Ihres neuen Vereins verlief ähnlich holprig wie der der Kickers.
Wir haben uns den Start anders vorgestellt, ganz klar. Wobei man auch berücksichtigen muss, dass wir von unseren bisher fünf Saisonspielen vier auswärts bestreiten mussten. Zum Glück haben wir am vergangenen Freitag beim 1. FC Kaiserslautern II den ersten Saisonsieg eingefahren. Und ich bin mir sicher, dass jedes Team in dieser langen Saison mal eine Schwächephase haben wird. Ich hoffe, wir haben diese bereits hinter uns.
Was trauen Sie den Kickers zu?
Ganz schwer zu sagen. Ich kenne das neue Team überhaupt nicht und habe noch kein Spiel der Blauen in dieser Saison gesehen.
Schauen Sie noch auf den VfB Stuttgart, bei dem Sie am 12. Dezember 2007 in der Champions League gegen den FC Barcelona im Camp Nou ihr Profidebüt gaben?
Natürlich. Es ist richtig schade für die gesamte Region, dass es zum Abstieg kam. Es war schon komisch, als der VfB vor kurzem bei uns in Homburg als Zweitligist im DFB-Pokal antrat. Jetzt geht es an diesem Freitag für den VfB in einem Punktspiel gegen den 1. FC Heidenheim, für den ich auch mal kurz gespielt habe. Eigentlich unglaublich.
Bemerkenswert ist auch, dass Sie nach insgesamt acht schweren Verletzungen an beiden Knien immer wieder zurückkommen. Wie schaffen Sie das?
Verletzungen machen nie Spaß. Doch jammern hilft doch nicht. Es muss weitergehen. Ich bin ein Kämpfertyp und habe den Luxus, mich mit Sport wieder in meinen Beruf zurückzukämpfen. Da geht es anderen Menschen schlechter.

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