Elizabeth Best lässt Sterne regnen. Foto: Andreas Rosar

Sie verschwinden und erscheinen, sie erschaffen Sterne, sie lassen Lichter und Münzen wandern. Die Sommerpause ist vorbei: Im Friedrichsbau-Varieté wird gezaubert.

Es ist alles nur eine Illusion. Oder doch nicht? Seit jeher ist die Sehnsucht der Menschen groß nach Wundersamem, Fantastischem, nach etwas, was sich dem Verstand entzieht, was sich nicht erklären lässt, was sich nicht in einen Programmiercode zerlegen lässt. Seit 25 Jahren bewegt der Zauberschüler Harry Potter Groß und Klein, seit 17 Jahren zeigt das Friedrichsbau-Varieté auf seiner Bühne, dass „es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, Horatio, von denen sich eure Schulweisheit nichts träumen lässt“. Um es mal mit Shakespeare zu sagen.

 

Der Zauberkessel brodelt

2006 war „Zauber, Zauber“ die erste reine Magie-Show, die sie im Friedrichsbau gezeigt haben. Viele sind dazu gekommen, denn das Publikum liebt die Dinge jenseits aller Schulweisheit. „Just an Illusion“ ist nun die jüngste, sie beginnt am Freitag mit der Premiere. Natürlich ist wieder ein Lokalmatador dabei. Was ist Schein? Was Sein? Die Meister der Täuschung leben unter uns. Mitten im Zauberkessel. Nur in Hogwarts wirken so viele Meister der Magie wie in Stuttgart. Julius Frack kommt auch von hier.

Mehr magische Frauenpower

Er hat so viele Titel gesammelt, es braucht schon einen Gedächtniszauber, um sie alle aufzuzählen. Obschon er mittlerweile mit seiner Familie in China lebt, ist er im Friedrichsbau ein regelmäßiger Gast. Dieses Mal lässt er blaue Lichter wandern. Weil er allerdings so gefragt ist und zahlreiche Auftritte hat, ist er nicht an jedem Abend dabei. Daraus haben sie im Varieté eine Tugend gemacht. Erklärtes Ziel sei gewesen, mehr Zauberinnen auf die Bühne zu bringen.

Was gar nicht so leicht sei, sagt Geschäftsführer Timo Steinhauer. Leider gebe es nicht sehr viele Zauberinnen auf diesem Niveau. In Stuttgart bekannt sind Roxanne und Jana Felicitas. Die waren auch schon hier, bei „Just an Illusion“ dürfen nun aber die „Magic Pearls“ ran. Die magischen Perlen sind fünf Zauberinnen, die an zehn Abenden statt Julius Frack ihre Großillusionen zeigen.

Italien rockt

Die Rock Sisters sind zu dritt. Valentina Polizzi, Rossella Petruzziello und Marika la Bianca hauen gerne auf die Pauke. Zurückhaltung ist ihre Sache nicht. Ihr Auftritt ist fast schon typische italienische Zauberkunst. Die Musik laut, die Klamotten eng, die Gesten ausschweifend, und die Tricks sind schnell und rasant. Die Rock Sisters verschwinden und tauchen wieder auf, schweben durch Metalltische.

Fingerspiele

Sehr viel ruhiger mögen es Evolution of Magic, das sind Elizabeth Best, Craig Christian und Charlotte Frankitt aus Großbritannien. Craig Christian zeigt auf der Bühne seine ersten Tricks, mit denen er nicht nur die Eltern verzaubert, sondern auch die Schüchternheit weggezaubert hat. Seine Hände werden via Kamera groß auf die Leinwand übertragen, man kann also ganz genau hinschauen. Und begreift trotzdem nicht, wie Christian Münzen erscheinen und verschwinden lässt.

Elizabeth Best zeigt, wie man seine Ängste besiegt und Feuer nicht mehr auf der Haut brennt; und sie lässt Sterne schweben. Alles nur eine Illusion?

Just an Illusion

Zaubershow
„Just an Illusion“ ist bis zum 12. November im Friedrichsbau Varieté zu sehen. Die Vorstellungen sind von Donnerstag bis Samstag um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Karten von 39 bis 59,50 Euro. Bis zum Alter von 27 Jahren zahlt man 22 Euro. www.friedrichsbau.de