Wilder Müll – hier an der Burg – ist eines der Ärgernisse, das Esslinger bewegt. Foto: Roberto Bulgrin

Bürgerinnen und Bürger können ihre Beschwerden in einem digitalen Briefkasten bei der Stadt loswerden. Vor drei Jahren ging es noch recht ruhig zu, doch da war die Plattform noch nicht so bekannt wie heute.

Eine Dreckecke, Gestrüpp, eine Straßenlaterne, die nicht leuchtet – alles Fälle für den Esslinger Mängelmelder. Den digitalen Briefkasten gibt ihn schon seit einiger Zeit, und er wurde auch angenommen, aber so richtig ab geht die Post erst seit 2021. 1000 Eingaben zählte die Stadt im Jahr 2000, doch bereits im folgenden Jahr verdreifachte sich die Zahl. Auf diesem Niveau ging es 2022 weiter – und auch in diesem Jahr ist das der Trend: Im Schnitt beschweren sich Esslinger Bürgerinnen und Bürger acht Mal am Tag über Dinge, die ihren Alltag in den Straßen und Plätzen der Stadt stören.

 

Was alles gemeldet wird

Die Themen der Meldungen sind laut der Verwaltung von der jeweiligen Jahreszeit abhängig: Im Herbst häufen sich Meldungen wegen kaputter Lampen, verstopfter Gullys und Laub. Im Frühling und Sommer werden dagegen häufiger wilder Müll, wucherndes Grün und frostbedingte Schlaglöcher gemeldet. Einige Beispiele zeigen, dass der Klage auch eine Tat folgt: So berichtet das Mängelmelder-Team, wie sie im vergangenen Jahr eine Meldung wegen der Fußgängertreppe „In der Friedenslinde“ bekam. Die Treppenstufen seien teilweise schief, Kanten und Gestrüpp seien zu Stolperfallen geworden. Mitarbeitende der Stadtverwaltung schauten sich das Problem vor Ort an. Daraufhin wurde die Treppe kurzfristig in die Instandsetzungsliste für das Jahr 2022 aufgenommen. Anschließend kümmerte sich eine Garten- und Landschaftsbaufirma darum. Am Ende hieß es: Haken dran, Problem gelöst.

Auch kleinere Anliegen würden möglichst schnell bearbeitet, heißt es aus dem Team. Mitte Oktober trudelte die Nachricht ein, dass in der Nähe der Kreuzung Kirchackerstraße/Am Schönen Rain ein rostiger, herrenloser Roller herumstehe. Daraufhin sammelten Bauhofmitarbeiter den heruntergekommenen Roller ein.

Dass der digitale Kummerkasten inzwischen so häufig genutzt wird, mag auch daran liegen, dass er 2021 erneuert wurde. Die Bedienbarkeit wurde vereinfacht. Seitdem können schnell und unkompliziert Meldungen mit dem Smartphone direkt vom Ort des Ärgernisses verschickt werden. Der überarbeitete Mängelmelder erlaubt neben der manuellen Eingabe des Standortes auch die automatische Übermittlung der GPS-Daten. Zur Beschreibung des Schadens können bis zu vier Fotos angehängt werden.

Wer etwas gemeldet hat, bekommt per E-Mail eine Nachricht mit weiteren Informationen zu dem Mangel sowie eine Information, ob der Schaden behoben wird beziehungsweise ob er behoben werden kann. Sobald der Mangel tatsächlich beseitigt ist, gibt es noch einmal eine Rückmeldung. Was der Mängelmelder nicht kann: die gemeldeten Schäden und den Bearbeitungsstand auf einer Karte anzeigen. Das sei nicht möglich, hieß es seinerzeit im Rathaus.