Foto: LUSA

Auf der portugiesischen Insel sind bei Unwettern mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen.

Funchal - Auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira sind bei schweren Unwettern mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 Menschen seien verletzt worden, teilte die Regionalregierung am Sonntag in der Hauptstadt Funchal mit. Außerdem gebe es zahlreiche Vermisste.

Stundenlanger Regen hatte auf der Atlantik-Insel zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Die Regionalregierung betonte am Sonntag, Touristen seien nicht unter den Todesopfern.

Die Wassermassen spülten Autos ins Meer, zerstörten mehrere Brücken und rissen Bäume um. In einigen Gegenden fiel der Strom aus, wie es weiter hieß. Die Sturmböen erreichten mancherorts Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern. Der Flughafen musste geschlossen werden. Auch zahlreiche Straßen waren unpassierbar. Der Zivilschutz rief die Einwohner auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Mehrere Ortschaften seien völlig von der Außenwelt abgeschnitten.

Premier Sócrates macht sich persönlich ein Bild

Der portugiesische Ministerpräsident José Sócrates flog unterdessen nach Madeira, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Nach einem Treffen mit der Regionalregierung sagte er am späten Samstagabend (Ortszeit), Lissabon werde "jede nötige Hilfe" leisten und schon am Sonntag erste Hilfssendungen auf den Weg bringen.

Die Regionalregierung will auch die Europäische Union um Hilfe zu bitten. Der Präsident der Europäischen Kommission, der Portugiese José Manuel Barroso, zeigte sich bestürzt über die Naturkatastrophe. Die Kommission werde die portugiesischen Behörden in "dieser schrecklichen Katastrophe" unterstützen, sagte er.

Madeira ist mit etwa 265.000 Einwohnern die größte Insel des gleichnamigen Archipels. Zu diesem gehören noch die kleine Insel Porto Santo sowie zwei unbewohnte Inselgruppen.

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