Es steht nicht gut um das Satiremagazin „MAD“. Foto: AP

Es beeinflusste die Macher der „Simpson“ genauso wie andere Zeichner und Karikaturisten. In seiner derzeitigen Form wird es das „MAD“-Magazin nicht mehr lange geben.

San Francisco - Das Satiremagazin „MAD“ steht vor dem Aus. Nach der Augustausgabe würden nur noch bereits veröffentlichte Inhalte der legendären Zeitschrift gedruckt, teilte DC, die Abteilung von Warner Brothers mit, die das Magazin veröffentlicht. Neues Material gebe es nur in Sonderausgaben zum Jahresende.

Das Magazin mit dem grinsenden, die Zunge herausstreckenden Jungen mit der Zahnlücke - dem fiktiven Maskottchen Alfred E. Neuman - beeinflusste viele, vom US-Parodisten „Weird Al“ Yankovic bis zu den Machern der „Simpsons“. Es wird in Comicläden und per E-Mail weiterhin erhältlich sein.

Magazin wird seit 67 Jahren gedruckt

Die Macher wollen Material der vergangenen Jahrzehnte wieder veröffentlichen. Das Magazin wird seit 67 Jahren gedruckt, mehr als 550 Ausgaben voller politischer Parodien und kantigem Humor gibt es. „MAD“ hat sich über Jahrzehnte mit seiner unerschrockenen Tendenz, sich über alles lustig zu machen und konventionelle Grenzen zu verschieben, von anderen Veröffentlichungen abgegrenzt. Eine der besten Comicserien ist „Spy vs. Spy“, mit zwei Spionen mit schnabelförmigen Gesichtern und großen Augen - Kostüme die immer noch regelmäßig zu Halloween getragen werden.

Es parodierte auch andere Magazine, wie den Playboy mit seinen ausklappbaren Seiten, die beinahe in jeder Ausgabe erschienen. Aber anstelle von spärlich bekleideten Models zeigte es - was sonst? - einen weiteren Witz. DC wird auch weiterhin „MAD“-Material in Sonderkollektionen und Büchern veröffentlichen. Illustratoren und Komiker bedauerten die Schließung. Der einmalige Gast-Redakteur Yankovic schrieb auf Twitter: „Es ist so ziemlich der Grund, warum ich komisch geworden bin.“

„Weitreichender Effekt auf Comedy“

Josh Weinstein, Schreiber und Produzent der „Simpson“, in denen es häufig Verweise auf „MAD“ gab, dankte dem Magazin auf Twitter für seinen inspirierenden, weitreichenden Effekt auf Comedy. Für viele Kinder sei das Magazin zu einem gewissen Zeitpunkt das Größte gewesen, schrieb er. Zeichner Evan Dorkin, der für „MAD“ arbeitete, schrieb auf Twitter, das Magazin sei für ihn lange eine Quelle des Glücks und der Inspiration gewesen. „Ich hoffe wir haben über die vergangenen zwölf Jahre einigen Lesern einige Lächeln geschenkt.“

Das Magazin veränderte sich mit seinen Umständen, schrieb Dorkin. 2001 begann es, Werbung abzudrucken, und die Redaktion zog Ende 2017 von New York nach Burbank in Kalifornien. Der Umzug habe die Identität verändert, sagte Dorkin. „MAD“ war für Comic-Künstler und Karikaturisten lange ein Ort, um künstlerisch zu wachsen und nationale Gesprächsthemen zu gestalten. Bekannte Namen wie Al Jaffee, Harvey Kurtzman und Mort Drucker wurden jahrzehntelang mit dem Magazin verbunden.

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