Die Ludwigsburger (mit Marcos Knight/l.) kämpfen um einen Platz in Europa. Foto: Baumann

Sportlich verlief die Saison für Basketball-Bundesligist MHP Riesen Ludwigsburg als Zehnter eher enttäuschend. Dennoch will der Verein wieder auf europäischer Ebene spielen.

Ludwigsburg - Im deutschen Basketball schauen alle Fans aktuell auf die Finalserie zwischen den Bayern und Berlin, die am Mittwoch ins zweite Spiel geht. Doch es stehen auch noch andere Entscheidungen aus. Zum Beispiel, mit vielen Mannschaften die Bundesliga Ende September überhaupt in die neue Runde startet. Aktuell sind es nur 17. Der Aufsteiger Falcons Nürnberg hat – vor allem wegen Problemen mit einem geeigneten Hallen-Nachweis – bisher keine Lizenz bekommen, dagegen aber Einspruch eingelegt. Die Entscheidung darüber lässt auf sich warten, soll aber noch diese Woche fallen.

Ziel ist die Champions League

Und auch in Sachen internationaler Wettbewerb ist derzeit einiges in der Schwebe. Zum Beispiel, ob die MHP Riesen Ludwigsburg erneut auf europäischer Bühne starten, obwohl sie mit Platz zehn in der Liga nicht die optimalen Voraussetzungen mitbringen. „Prinzipiell besteht Interesse, aber wir müssen schauen, ob wir uns dafür qualifizieren können“, sagt auf Nachfrage unserer Zeitung der Vorsitzende Alexander Reil, der stets besonderen Wert auf eine sportliche Lösung legt. Nachdem es weiterhin die Konkurrenzsituation zwischen der privat organisierten Euroleague und der vom Weltverband Fiba ausgerichteten Wettbewerbe gibt, ist die Chance aber nicht ganz aussichtslos. Die Riesen hatten sich dabei in den vergangen drei Jahren zur Fiba bekannt und in der von ihr organisierten Champions League (BCL) teilgenommen, in der sie 2018 sogar das Final Four in Athen erreicht hatten.

In der abgelaufenen Saison dagegen war bereits in der Gruppenphase Endstation. Reil: „Wir haben unser Interesse an der Champions League kundgetan.“ Ob dem entsprochen wird, hängt nicht zuletzt von den Entscheidungen der anderen Bundesligisten ab, die in der Tabelle besser platziert waren und deshalb vorrangig behandelt werden. So hat zum Beispiel das Überraschungsteam Rasta Vechta bereits für die BCL gemeldet. Prinzipiell stehen der Bundesliga 3,5 Startplätze zu, wobei der halbe einem Qualifikationsplatz entspricht. Sollte es mit der BCL nicht klappen, könnten die Riesen auch noch in dem ebenfalls von der Fiba organisierten Europe Cup teilnehmen, wofür die Chancen weitaus besser stünden, der sportlich allerdings nur als drittklassig gilt. Ligarivale s.Oliver Würzburg hat sich aber dieses Jahr bis ins Finale vorgekämpft (und gegen den italienischen Spitzenclub Sassari verloren), was am Ende dann nicht ganz unattraktiv war. „Wir sind aber nicht Würzburg“, sagt Reil, „und ich bin kein Freund davon zu sagen, jetzt haben wir uns da und da nicht qualifiziert, dann spielen wir eben Europa Cup.“ Auch einen Start im von der Euroleague ausgerichteten Eurocup sieht Reil eher skeptisch. „Jetzt warten wir erst einmal ab, wie die Entscheidung mit der Champions League ausfällt.“ Ende des Monats Juni soll Klarheit herrschen – dann sieht man weiter.

Neuverpflichtungen müssen warten

Hintergrund des Interesses an einem internationalen Startplatz dürften indes neben Image-Gründen auch mögliche Spieler-Neuverpflichtungen sein, die aber davon abhängen, dass die Riesen europäisch auftreten. „Das ist für einige Profis und deren Agenten durchaus ein wichtiges Argument“, hat Trainer John Patrick schon in der Vergangenheit betont. Daran hat sich nichts geändert, weshalb einige Transfers derzeit noch auf Eis liegen sollen.

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