Einheimische und Besucher freuen sich schon auf den Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz. Obwohl vieles beim Alten bleibt, sind die Erwartungen hoch. Nur über ein Detail ärgern sich die Veranstalter immens.
Es sind noch zwei Wochen bis zum Start des Barock-Weihnachtsmarktes auf dem Marktplatz. Doch schon am Donnerstag duftete es während des Pressegespräches des städtischen Betriebs Tourismus & Events Ludwigsburg (Telb) nach Glühwein und Lebkuchen. Die Vorfreude auf die besinnliche Zeit steigt nicht nur bei den Menschen der Region, sondern auch sichtbar bei den Veranstaltern. Die positive Stimmung wird nur dadurch getrübt, dass am Bühnenprogramm gespart werden muss. Ein Überblick über den Weihnachtsmarkt 2023 in vier Erkenntnissen.
Weihnachtsmarkt wird gestreckt Die Veranstalter hatten zu Beginn der Planung ein Problem. Wenn der Weihnachtsmarkt wie üblich am Dienstag nach dem Totensonntag eröffnen würde, hätte er bis zum Freitag vor Heiligabend an nur 25 Tagen und nur drei Wochenenden geöffnet.
Ganz schön wenig, dachte sich das Team um Telb-Geschäftsführer Mario Kreh und legte den Eröffnungstag auf den Donnerstag vor dem Totensonntag. Man habe vorsorglich das Gespräch zu den Kirchen gesucht, der Markt wird am Totensonntag für einen Tag geschlossen. Der Weihnachtsmarkt findet also vom 23. November bis zum 22. Dezember statt, an 29 Tagen und vier Wochenenden.
Wenige Neuheiten auf dem Markt Auf dem Barocken Weihnachtsmarkt bleibt vieles beim Alten, sagt Christoph Adels, Telb-Abteilungsleiter für Veranstaltungen. Über 200 Stände hätten sich um einen Platz beworben, etwas über 150 wurden ausgewählt. Neu dabei sind ein Stand mit Honigmet und Feuerzangenbowle, ein Glüh-Gin-Stand und einer mit frittierten Teigbällchen und belgischer Schokolade.
Der Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr etwas größer sein, und die Stände werden näher aneinander stehen. Zudem wird die Untere Marktstraße mit neuen Buden aufgewertet. Ganz neu ist das Winterdorf des Marstall-Centers. Auf dem Reithausplatz wird es unter anderem Glühwein, Hamburger und ein Kinderkarussell geben.
Während es rund um die Stände wenig zu vermelden gibt, berichteten die Veranstalter stolz über ihre Fortschritte rund um die Barrierefreiheit. Unter anderem werden neue Kanalbrücken über Wasser- und Stromkabel eingesetzt. Deren Rampen sind breiter und weniger steil und so für Rollstühle und Kinderwagen leichter zu überwinden. „Alle wichtigen Punkte des Weihnachtsmarktes sind schon barrierefrei“, sagt Kreh. In zwei Jahren soll es dann das komplette Gelände barrierefrei sein.
Wut über Gema-Anpassung „Ich bin eigentlich ein ruhiger Mensch mit niedrigem Blutdruck, aber beim Thema Gema ändert sich das schnell“, sagte Mario Kreh während des Pressegesprächs. Die Musikverwertungsgesellschaft sei weltfremd und ein Kulturverhinderer. Ganz schön dicke Luft, was war geschehen?
Der Konflikt zwischen der Gema und dem städtischen Eigenbetrieb begann im Februar, als die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte – so der vollständige Name – eine Rechnung in Höhe von 50 000 Euro schickte. Ein Schock. „Die Gema hatte ihre Geschäftsbedingungen geändert, ohne das vorher zu kommunizieren“, sagt Christoph Adels.
Bisher wurden für den Weihnachtsmarkt nur Gema-Gebühren für den Bereich zwischen Bühne und Brunnen fällig. Mittlerweile beziehen sich die Gebühren aber auf die gesamte Veranstaltungsfläche. Angeblich eine Kostensteigerung um das Dreißigfache. Kompletter Unsinn, findet Adels. Die Stadt beschalle nicht den ganzen Weihnachtsmarkt und wolle das auch gar nicht – warum solle man dann dafür zahlen? Auch andere Weihnachtsmärkte haben dieses Problem. Der Städtetag führt bereits Gespräche mit der Gema – ob das hilft, ist unsicher.
Das Programm des Ludwigsburger Weihnachtsmarktes muss jedenfalls abgespeckt werden. Unter der Woche wird es vor allem Kinderprogramm wie beispielsweise Puppentheater geben, Musik ist jedoch tabu. Nur an den Wochenenden können Besucher dann Bühnenauftritte mit Musik erleben.
Selbstbewusste Veranstalter Im Landkreis sei der Barocke Weihnachtsmarkt ohne Konkurrenz, sagt der Telb-Geschäftsführer Mario Kreh. Mit Blick in die Region sei Ludwigsburg auf einer Stufe mit dem Weihnachtsmarkt in Stuttgart und dem Mittelaltermarkt in Esslingen. Einen Konkurrenzgedanke mit den Nachbarn gebe es jedoch nicht, man sei im regen Austausch – jeder Markt habe seinen individuellen Markenkern.
Vergangenen Advent lockte der Weihnachtsmarkt 800 000 Besucher in die Stadt. In diesem Jahr könnte es Richtung eine Million gehen. Schon jetzt sei die Nachfrage groß, das sehe die Tourismusagentur unter anderem an den hohen Zugriffszahlen auf die Webseite des Barocken Weihnachtsmarktes.
Wichtige Infos und die Marke
Wichtige Infos
Der Barocke Weihnachtsmarkt findet vom 23. November bis zum 22. Dezember auf dem Marktplatz statt. Am Totensonntag, 26. November, schließt der Markt. Es gibt über 150 Genussbuden, Kunsthandwerkstände und lokale Verkäufer. In diesem Jahr gibt es wieder zwei Stände, die in Rotation von Dutzenden sozialen Vereinen der Region betrieben werden.
Marke
Seit vergangenem Jahr versucht die Stadt, die Marke „Barocker Weihnachtsmarkt“ zu stärken. Dafür gibt es wieder eine Produktreihe, die mit lokalen Partnern umgesetzt wurde. Unter anderem wird ein „Barocker Weihnachtsmarkt“-Glühwein verkauft, zudem Lebkuchen und ein Weihnachtspunsch.