Entlang der leuchtenden Weinbergpfade bummeln die Festgäste von einem Stand zum anderen. Foto: Gottfried Stoppel

Trotz dichter Wolken sind Scharen von Besuchern zu dem Fest nach Beutelsbach gekommen. Spektakuläre Lichteffekte zauberten dabei Muster auf den Himmel und den Berg.

Weinstadt - Die Aussicht ist atemberaubend. Von dem Weinberg oberhalb Beutelsbachs geht der Blick weit ins Land. Zu Füßen der Betrachter liegt der Weinstädter Teilort, dahinter das Remstal mit Waiblingen und Fellbach. Die tief stehende Sonne im Westen scheint durch dichte Wolken und beleuchtet dramatisch den Gewa-Tower, der wie eine Nadel herausragt und mit bloßem Auge zu sehen ist. Weiter hinten ist schon Stuttgart zu sehen, über dem Kappelberg, Fellbachs Hausberg, türmt sich eine riesige Gewitterwolke auf.

Sicherheitskontrollen an den Eingängen

„Mir hettet doch en Schirm mitnehme solle“, sagt ein Mann zu seiner Frau. die wie er stehen geblieben ist, um die Aussicht zu genießen. „Hawa“, sagt diese beiläufig. Das Wetter wird schon halten, soll das wohl heißen, denn wie die meisten Besucher des Leuchtenden Weinbergs am Samstagabend sind die beiden sommerlich leicht bekleidet. Aus gutem Grund: es ist immer noch ganz schön heiß, trotz des Regenschauers am Nachmittag.

Und so ist ein für manche schweißtreibender Aufstieg vor das Festvergnügen gesetzt, denn die Stände mit Wein, Bier, Sprudel, Cocktails und allen möglichen leckeren Sachen wollen erst einmal auf halber und ganzer Höhe erreicht sein. „Do kuglet mr nochher einfach nonter“, meint ein junger Mann zu seiner Clique und schaut durch die Rebenreihen hinunter. Auch dort sieht man gegen 20 Uhr einen nicht abreißenden Strom von Besuchern auf den Weinbergwegen. An den Eingängen kommt es trotz Taschenkontrollen kaum zu Staus.

Sicherheit ist an dem Abend großgeschrieben. Die Besucher werden kontrolliert, die Zufahrten zum Festgelände sind gesperrt und so verbarrikadiert, dass niemand mit einem Fahrzeug in das Fest fahren kann.

Besucher kommen aus der ganzen Region

Die Stimmung auf dem Berg könnte nicht besser sein. Mit Einbruch der Dunkelheit macht das Fest seinem Namen schließlich alle Ehre. Ein Lichtspektakel lässt den Berg in allen Farben leuchten, mit Scheinwerfern werden Muster in den Himmel darüber gezeichnet. Krönender Abschluss ist das Feuerwerk des Pyrotchnik-Weltmeisters Joachmim Berner aus Böblingen. Unkenrufe, bei dem trockenen Wetter könnte deswegen der ganze Weinberg in Flammen aufgehen, wurden durch den Regenguss am Nachmittag zerstreut.

„Das war nicht weiter schlimm, wir mussten nur die Bänke und Tische abwischen“, heißt es am Stand der SG Weinstadt dazu, der am unteren Eingang des Areals steht. 18 Stände von Weingütern, Gastronomen und Vereinen wie dem Jazzclub Armer Konrad bewirten die Gäste, die den Weg auch von außerhalb des Kreises hergefunden haben. Das Fest, 2008 zum ersten Mal von Weinstadt Marketing veranstaltet, hat sich mittlerweile gut herumgesprochen.

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