Viele Menschen ziehen für die Lesezeit in L.-E. wieder an einem Strang. Foto: Natalie Kanter

Am Freitag bricht in Leinfelden-Echterdingen wieder die Lesezeit an. 72 Veranstaltung stehen zur Wahl – trotz Personalnot in der Stadtbücherei.

Kinder und Jugendliche für Bücher zu begeistern – das liegt der Stadt am Herzen. Sie will auch Erwachsene verführen, die Nase in gute Literatur zu stecken. „Die Förderung der Lesekompetenz ist eines unserer zentralen Anliegen“, sagt Bürgermeister Alexander Ludwig der Presse. Der Anlass: in L.-E. bricht auch in diesem Herbst wieder die Lesezeit an.

Das Kulturamt, die Stadtbücherei, Schulen und Kirchengemeinden ziehen für die vierte Auflage des Veranstaltungsreigens wieder an einem Strang. 72 Punkte für Jung und für Alt stehen im Programm. Lesungen für Schüler, Veranstaltungen in Schulen und mehr werden geboten. Ein Kraftakt wurde geleistet – obwohl das Büchereiteam, wie berichtet, unter Personalnot leidet. „Das Programm hatte einen Vorlauf von einem Jahr“, sagt Dorothea Veit, Vizeleiterin des Kulturamts dazu.

Bürgermeister Ludwig sagt: „Natürlich hätte man auch sagen können, wir lassen die Lesezeit in diesem Jahr ausfallen.“ Aber: „Gerade bei diesen Veranstaltungen sollte nicht gespart werden.“ Die Nutzer der Stadtbüchereien Echterdingen und Leinfelden müssen sich im Oktober allerdings auf weitere Schließzeiten einstellen. Die Ausleihstellen bleiben im Wechsel zu – wenn dort Autoren für Schüler lesen.

Zurück zum Programm: Zum Auftakt der Lesezeit am Freitag, 26. September, ruft Timo Brunke, Star der Poetry-Slam-Szene, in der Echterdinger Zehntscheuer zum Reimen auf. Dorothea Veit hofft, dass sich das Publikum von dem Wortkünstler „infizieren lässt“. Die Musik dazu liefert Albi Hefele mit der Gruppe „big ,M‘ band“.

Die Kabarettistin Tina Häussermann verleiht Mitte Oktober in der Filderhalle 0190er-Nummern literarisches Niveau. Christoph Poschenrieder liest Anfang November im Oberaichener Pavillon aus seinem Roman „Das Sandkorn“. Die Badische Landesbühne zeigt Ende November in der Filderhalle das Stück „Danton! Tod?“ nach Georg Büchner.

Das Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium hat sich vorgenommen, wieder einen Glanzpunkt bei der Lesezeit zu setzen. Stadträte, Vertreter der Verwaltungsspitze und vielleicht erneut Profi-Basketballer werden unter der Überschrift „Lyrik – Worte, Töne, Bilder“ am 11. November lyrische Texte und mehr präsentieren.

Diesmal sollen auch die Musik und das Theater nicht zu kurz kommen. „Wörter sind die Grundlage unserer Denkens“, sagt der Schulleiter Wolfgang Krause. Es gelte, das Wort zu pflegen, gerade weil sich der Umgang mit der Sprache verändere.

Bei den Schülerlesungen soll der Funke überspringen. Deshalb hat sich die Stadt bei der Auswahl der Autoren erneut auf das Urteil von Sabine Fecke verlassen. Sie betreibt eine Leseagentur und hat viele Jahre selbst Lesungen für Kinder und Jugendliche organisiert. Fünf Autoren werden im Oktober knapp 1200 Schülern ihre Welt und ihre Bücher näherbringen.

Oliver Pautsch hat seine Rätselkrimis im Gepäck. Ute Krause wird ihr Werk „Minus Drei“ vorstellen. Dirk Steinhöfel reist gemeinsam mit dem Wissenschaftler Andreas Pflitsch sowie Stirnlampe und Gesteinsbrocken zur Lesung an. Die beiden Männer haben ein Sachbuch über Höhlen geschrieben. Der fünfte Autor im Bunde ist Manfred Theisen. Es hat das Werk „Nerd“ verfasst. Die Illustrationen dazu lieferte ein 13-jähriger Junge. „Das gibt es was zum Hören und zum Gucken“, sagt Sabine Fecke.

Die Schulen und die Stadt teilen sich die Kosten für die Lesungen. „So kommen alle Kinder in den Genuss – unabhängig davon aus welchem Elternhaus sie kommen“, sagt Veit. „Für die Schüler ist es ein gewaltiges Erlebnis zu hören, wie ein Buch entsteht“, sagt Barbara Fritsch-Höschele, Rektorin der Eichbergschule.

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