Das Abi sagt noch nichts darüber aus, ob ein Absolvent auch auf der Uni mithalten kann. Foto: dpa

Abstriche am Niveau des Gymnasiums will Claus Schmiedel nicht hinnehmen. Im Gegenteil. Der SPD-Fraktionschef fordert eine Reform, die stärker die Exzellenz von Schülern fördert.

Stuttgart - Baden-Württembergs Gymnasien sollten in der Oberstufe stärker auf Begabung und Motivation von Schülern eingehen, meint SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel und fordert eine Wiedereinführung der 2002 abgeschafften Leistungskurse. „Wer in Deutsch, Mathematik oder Fremdsprachen begabt ist, für den sind Leistungskurse keine zusätzliche Anforderung“, sagte Schmiedel den Stuttgarter Nachrichten.

Sie bedeuteten vielmehr eine Individualisierung des Unterrichts, die auch im Gymnasium stärker betont werden müsse.

Der SPD-Politiker nannte es einen „grandiosen Fehler“, dass die früher mit sechs Wochenstunden unterrichteten Leistungskurse zu Gunsten einer breiteren Allgemeinbildung abgeschafft wurden: „Das hat dazu geführt, dass Abiturienten, die etwa ein naturwissenschaftliches Fach studieren wollen, sich derzeit schwer tun, Anschluss an das Universitätsniveau zu finden.“

Gymnasiallehrer begrüßen Vorschlag

Allerdings müssten die Gymnasien auch eine Antwort darauf geben, welche Berufs- und Karrierewege neben der Universität offen stehen: „Die Lehrerschaft an den Gymnasien muss sich über die Möglichkeiten der Arbeitswelt stärker informieren als bisher“, so der SPD-Politiker, der früher an einer Berufs- und Fachschule unterrichtet hat.

Der Landesvorsitzende des Philologenverbands, Bernd Saur, pflichtete Schmiedel bei den Leistungskursen bei: „Das können wir uns sehr gut vorstellen.“ Man dürfe allerdings nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, so Saur, der 8400 Gymnasiallehrer vertritt. Es komme darauf an, die Balance zwischen Allgemeinbildung und Spezialisierung zu finden.

Der Sprecher der Lehrergewerkschaft GEW, Matthias Schneider, empfiehlt, Leistungskurse nicht isoliert zu sehen. Man müsse vielmehr die Oberstufe insgesamt bewerten.

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