Künftig braucht man öfter eine Parkscheibe – oder einen speziellen Ausweis. Foto: T. Krämer

Vom 1. März an gilt in rund drei Viertel des Stadtteils Oberaichen (Leinfelden-Echterdingen) ein Parkraumkonzept. Doch wie funktioniert das in der Praxis? Und wie kommt man an den Parkausweis?

Oberaichen - Eigentlich hätte das von einer Arbeitsgruppe ausgetüftelte und vom Gemeinderat vor eineinhalb Jahren verabschiedete Parkraumkonzept zuerst in Echterdingen eingerichtet werden sollen. Hier hatten Anwohner über Flughafen- und Messeparker geklagt. „Die verstärkten Kontrollen haben so eingeschlagen, dass das Parkproblem im Griff ist“, begründete Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell am Donnerstagabend im prall gefüllten Pavillon in Oberaichen die Planänderung bei der Stadtverwaltung.

Denn die Premiere des Parkraumkonzepts findet nun in Oberaichen statt und wurde an diesem Abend mit dessen Vorstellung eingeleitet. Nach Worten von Kalbfell hat sich das Problem in diesen Stadtteil verlagert. Für rund drei Viertel des Ortes – vom Hans-Brümmer-Platz und der Achalmstraße im Westen bis zum Gewerbegebiet im Osten – gilt deshalb vom 1. März an das Parkraumkonzept. Und das heißt: Will man sein Auto länger als mit Parkscheibe erlaubt am Straßenrand abstellen, muss man für den Bewohner- oder Beschäftigtenausweis jährlich 30 Euro pro Fahrzeug bezahlen.

Das Ziel ist laut dem Leiter des Ordnungsamts Gerd Maier, dass die Flughafen- und Messeparker wegbleiben, Anhänger und Wohnwagen keine Parkplätze mehr blockieren und auch die eine oder andere Garage wieder für das Auto genutzt wird und nicht mehr nur Abstellfläche ist, damit insgesamt mehr Parkraum zur Verfügung steht. Bisherige Parkausweise – die schon im Internet angeboten wurden – verlieren ihre Gültigkeit. „Es wird jedoch eine sechs- bis achtwöchige Übergangsfrist geben“, sagte Maier.

Wo muss der Parkausweis ins Auto gelegt werden?

Im Gültigkeitsbereich des Parkraumkonzepts wurden drei Zonen eingerichtet. Im Gewerbegebiet im Nordosten von Oberaichen wird man bis zu zehn Stunden parken dürfen und benötigt dafür die Parkscheibe. Im Areal westlich des Bahnhofs bis zur Wilhelmstraße dürfen Bewohner und Beschäftigte mit Ausweis am Straßenrand parken, zudem sind auch bis zu vier Stunden mit Parkscheibe erlaubt. Im restlichen und größten Bereich dürfen Bewohner mit Ausweis parken, zudem kann die Parkscheibe genutzt werden, um das Auto maximal zehn Stunden abzustellen. Dabei wird an Besucher gedacht.

Nicht alle Bürger sind mit dem Konzept einig, wie die Diskussion zeigte. Es wird Ausweichverkehr in die nicht betroffenen Straßen befürchtet. Auch von Abzocke war die Rede. Laut Bürgermeister Kalbfell werden die Einnahmen nicht im Haushalt verschwinden. Sie könnten für das Parksystem oder mehr Kontrollen verwendet werden. Und ein Bürger stellte die Frage, welches Problem denn mit dem Konzept gelöst werden solle. „Es gibt nämlich keins“, wie er sagte. Da ist man bei der Stadtverwaltung anderer Meinung. „Wir haben massive Beschwerden bekommen“, berichtete Maier.

Wie man an den Ausweis kommt

Die Parkausweise zum Preis von 30 Euro pro Fahrzeug werden bei den Bürgerämtern erhältlich sein. Die Stadtverwaltung hofft jedoch, dass viele Bürger den Ausweis online beantragen. Der Link zum Formular wird demnächst auf der Homepage hinzugefügt. Eingegeben werden müssen die persönlichen Daten. Nötig sind auch Führerschein und Fahrzeugschein, die am PC oder mit dem Handy gescannt und hochgeladen werden. Für die Bezahlung ist die Bankverbindung erforderlich, später soll das auch per PayPal oder Kreditkarte möglich sein. War der Antrag erfolgreich, wird man den Parkausweis runterladen und ausdrucken können. Er gehört auf das Armaturenbrett hinter die Windschutzscheibe. Pro erwachsener Person kann ein Ausweis für ein Fahrzeug beantragt werden.

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