An Ostern sichern Kriminalbeamte Beweismittel in Esslingen-Sirnau. Foto: /SDMG

Weil er einen Hotelgast getötet und dessen Leiche im Wald bei Sirnau entsorgt haben soll, beginnt in dieser Woche das Mordverfahren gegen einen 47-jährigen Mann aus Stuttgart.

Am Landgericht Stuttgart beginnt etwa sieben Monate nach dem Leichenfund bei Esslingen-Sirnau der Prozess gegen einen 47 Jahre alten Gastwirt. Dem Mann aus Stuttgart wird vorgeworfen, einen seiner Gäste getötet und mehrere hunderttausend Euro Bargeld an sich genommen zu haben, die er für das 59-jährige Opfer verwahrt haben soll. Entsorgt wurde der Leichnam des Getöteten in einem Waldstück zwischen Sirnau und Deizisau. Der Hotelier muss sich nun unter anderem wegen Mordes und veruntreuender Unterschlagung vor der 19. Großen Strafkammer verantworten. Der Prozess beginnt am Freitag, zwölf weitere Verhandlungstage sind geplant.

 

Der Leichenfund hatte an Ostermontag dieses Jahres für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Bis in die Nacht hinein hatten Spezialisten der Polizei das Waldstück nach Beweismitteln abgesucht, auch ein Helikopter war im Einsatz. Schnell wurde bekannt, dass der Gefundene einem Verbrechen zum Opfer gefallen war. Um wen es sich bei dem Mann gehandelt hatte, war jedoch nicht gleich klar. Mehr als eine Woche lang hatte es gedauert, bis sich herausstellte, dass es sich um einen 59-Jährigen aus Waiblingen handelte. Er soll sehr zurückgezogen im Hotel des Angeklagten in Stuttgart gelebt und eine beträchtliche Menge Bargeld besessen haben. Die Rede ist von mehreren hunderttausend Euro, die er dem 47-jährigen Gastwirt zur Verwahrung im Hotelsafe gegeben hatte.

Mögliches Motiv ist Habgier

Über das Umfeld des Opfers gelangten die Ermittler auf die Spur des Gastronomen. Auch vier weitere Personen, eine Frau und drei Männer, gerieten in den Fokus der Polizei und kamen vorläufig in Gewahrsam. Rund 170 Polizeibeamte untersuchten die Wohnungen der Verdächtigen sowie das Hotel in Stuttgart, Fellbach und Weinstadt. Abgesehen von dem mutmaßlichen Täter kamen die vier kurze Zeit später wieder frei.

Das mögliche Motiv für die Tat ist Habgier, damit wäre auch ein Mordmerkmal erfüllt. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte das Bargeld des 59-Jährigen aus dem Safe gestohlen haben. Die Ermittler vermuten, dass das Opfer dies bemerkte und den 47-Jährigen daraufhin zur Rede stellte. In einem Abstellraum der Tiefgarage des Gebäudes soll der Gastwirt ihn dann getötet haben.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, soll er dem Opfer zunächst eine fünf Kilogramm schwere Kugelhantel auf den Kopf geschlagen und ihn anschließend gewürgt haben. Mithilfe eines 22-Jährigen soll der Angeklagte dann die etwa 100 Kilogramm schwere Leiche nach Esslingen gebracht haben. Dem Angeklagten droht nun eine lebenslange Haftstrafe.