Die ersten Planungen für ein neues Pflegeheim in Stuttgart-Schönberg liegen vor. Ab dem Jahr 2026 will der Investor bauen. Davor sollen dort Flüchtlinge untergebracht werden.
Das ehemalige Pflegeheim Haus Schönberg kommt derzeit nicht aus den Schlagzeilen. Im dem seit 2020 leer stehenden Gebäudekomplex sollen übergangsweise bis ins Jahr 2026 bis zu 376 Flüchtlinge untergebracht werden. Aber nicht nur das treibt die Bewohner des kleinen Birkacher Stadtteils derzeit um. Auch was danach mit und auf dem Areal geschieht, erwarten viele Schönberger mit Spannung.
Bisher war wenig von den konkreten Plänen des Investors durchgesickert, der 2022 das leer stehende Pflegeheim von der Bruderhaus Diakonie erworben hat. Bekannt war im Wesentlichen nur, dass die Audere Equity GmbH mit Sitz in Fellbach den Zuschlag erhalten hatte. Gerüchteweise und unbestätigt war zeitweise von 15 Millionen Euro die Rede, die die Immobilie im Röhrlingweg 3 samt des Nebengebäudes Hausnummer 9 gekostet haben soll.
Villa des einstigen Breuninger-Chefs ist Teil des Gesamtprojekts
Jetzt hat das Unternehmen, das bei dem Großprojekt mit der Carestone Group in Hannover zusammenarbeitet, erstmals Einblicke in die Vorplanungen für das künftige neue Pflegeheim gegeben. Carestone ist spezialisiert auf die Entwicklung von Pflegeheimen, Audere hat sich unter anderem auf Kitas fokussiert. Für das Projekt in Schönberg wurde die gemeinsame Objektgesellschaft Carestone Partners Stuttgart-Schönberg GmbH gegründet, die Eigentümer des Grundstücks ist.
Weniger bekannt: Auch die ehemalige Villa des einstigen Breuninger-Chefs Willem van Agtmael im Steinpilzweg 4 ist inzwischen Teil des Gesamtprojekts. In dem unterhalb des Pflegeheims liegenden Anwesen soll künftig Platz für die Kindertageseinrichtung sein, die aktuell noch im Gebäude Röhrlingweg 9 untergebracht ist, so erklären die Audere-Geschäftsführer Heinz Eder und Horst Lieder. „Bisher haben wir 45 Kitaplätze, dort werden es 60 sein“, sagt Eder bei der Präsentation der Pläne am Unternehmensstandort Fellbach. Den Planungen für das Kita-Projekt im Steinpilzweg haben die Aufsichtsbehörden bereits zugestimmt.
Der Röhrlingweg 9 soll im Gegenzug abgerissen werden. An seiner Stelle wird ein neues Gebäude entstehen, das Teil des künftigen Pflegeheimkomplexes wäre. Mit den Planungen hat der Projektentwickler das Stuttgarter Architekturbüro ARP beauftragt. „Die Vorplanungen befinden sich nun im Abstimmungsprozess mit der städtischen Bauverwaltung“, erklärt Horst Lieder.
Die Projektentwickler betonen, dass das künftige Pflegeheim in Schönberg laut des Bebauungsplans nur innerhalb der jetzt überbauten Fläche errichtet werden darf. Gleichzeitig müssten die Baukörper jedoch statt wie bisher in Nord-Süd- in Ost-West-Ausrichtung errichtet werden. Eder verweist in diesem Zusammenhang auf entsprechende Vorgaben in der geltenden Heimbauverordnung.
Betreutes Wohnen sowie stationäre und ambulante Pflege
Die Folge: Nach den bisherigen Vorplanungen sollen die Baukörper künftig nicht mehr quer zum Hang stehen, sondern um 90 Grad gedreht werden. Geplant wird nun mit vier kürzeren Gebäudeteilen, die jeweils im Norden miteinander verbunden sind und eine Art Kammstruktur bilden. „Zusammen mit dem Gebäude Röhrlingweg 9 entstehen so etwa 100 bis 120 Plätze in den Bereichen betreutes Wohnen sowie stationäre und ambulante Pflege“, sagt Horst Lieder. Das frühere Pflegeheim verfügte über rund 100 Plätze. Erhalt und Sanierung des bestehenden Gebäudes habe sich gegenüber einem Neubau als wirtschaftlich nicht tragbar erwiesen.