Fischer am Golf von Mexiko mit einem Fang Umberfische. Foto: dpa

Wenn sich Umberfische zur Paarung finden, kann es für Tiere in ihrer Nähe gesundheitlich gefährlich werden. Der Fisch-Sex ist der wohl lauteste der Welt.

Paris - Liebe macht taub: Wenn der Umberfisch (Cynoscion othonopterus) im Golf von Kalifornien sich paart, droht Meeressäugern in der Nähe ein Gehörschaden. Wie Wissenschaftler in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie beschreiben, sind die in tropischen und gemäßigten Gebieten des Westatlantiks und des östlichen Pazifiks lebenden Umberfische richtige Krachmacher beim Sex.

„Der Fisch sei der nach bisherigen Aufnahmen lauteste der Welt“, erklärt Timothy Rowell von der Universität von San Diego in der Fachzeitschrift Biology Letters. Wegen Überfischung ist die Art bedroht. In der Paarungszeit kommen demnach Millionen der bis zu einen Meter langen Fische zu den Brutplätzen und was dann passiert, vergleicht Rowell mit einer „brüllenden Menge in einem Stadion“. Schon ein einziger Fisch der Art sei in der Lage, die Stimmstärke eines Wals zu erreichen, heißt es in der Studie.

Geräusch wie ein Maschinengewehr

Der Laut des Cynoscion othonopterus gleiche dem eines Maschinengewehrs. Männliche Exemplare sind der Studie zufolge mit vibrationsfähigen Muskeln um ihre Schwimmblase ausgestattet. Deren rasende Kontraktionen erzeugten das Geräusch von Trommelstöcken auf einem Trommelfell. Für ein paar Wochen versammeln sich sämtliche geschlechtsreifen Umberfische der Welt auf weniger als einem Prozent ihres üblichen Verbreitungsgebiets, sie wandern jeden Frühling ins Delta des Colorado River im nördlichen Teil des Golfs von Kalifornien vor der Küste Mexikos. Wenn ihnen dann ihre Feinde wie etwa Delfine zu nahe kommen, droht diesen ein bleibender Gehörschaden, heißt es in der Studie.

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