Eine läuft häufig vorneweg: Kira Weis (re.) hat bei der Jugend-EM einiges vor und eine Medaille im Visier. Foto: privat

Laufen mag eine Einzeldisziplin sein, doch auch in ihr geht es nicht allein. Ohne die Zusammenarbeit von vielen Beteiligten hätte es die Leichtathletin kaum bis zur Jugend-EM nach Jerusalem geschafft.

Im Laufe eines Sportlerlebens wächst die Zahl der Bezugspersonen an. Das gilt vor allem, wenn das Leistungsniveau auf immer höhere Stufen gehievt wird, wenn aus Bezirks- und Landestiteln nationale Erfolge werden und internationale Starts anstehen. Erst sind es die Eltern im Mikrokosmos der Sportkids, dann kommt der Trainer dazu, später folgen Sportkollegen, ein Physiotherapeut, ein Arzt, die Sponsoren und womöglich noch ein Manager. „Alle um mich herum sind wichtig“, sagt Kira Weis, die an diesem Donnerstag bei den Jugend-Europameisterschaften der Leichtathleten in Jerusalem über 5000 Meter an den Start geht, „ich bin allen sehr dankbar.“

 

Denn viele dieser sportlichen Begleiter investieren viel Zeit in die 19-Jährige aus Gebersheim, die kürzlich ihren zehnten deutschen Meistertitel im Nachwuchsbereich gewonnen hat. Die Eltern, die sie ins Training gefahren und sie im Sport von früh bis spät unterstützt haben, der Trainer, der sie vom Lauf-Küken zur erfolgreichen Athletin entwickelt hat, die Laufgruppe, die für Leistung und Spaß gesorgt hat sowie die Sponsoren, die für eine gewisse finanzielle Absicherung bürgen.

Bereits am Freitag ist Kira Weis nach Jerusalem aufgebrochen, wo sie über 5000 Meter antritt – in der europäischen Bestenliste rangiert die Leonbergerin auf Platz fünf, jedoch starten zwei der vor ihr Liegenden über 3000 Meter, was ihre Chancen auf eine Medaille erhöht. Und eine solche hat Kira Weis fest im Visier: „Eine EM-Medaille, das wäre schon krass – und es ist wirklich nicht unmöglich, eine zu gewinnen.“ Kira Weis weiß, dass sie schneller laufen müsste als bisher, ihre Bestzeit steht bei 16:17 Minuten. Es ist das Debüt der Langstrecklerin auf der europäischen Bühne, da die U-18-EM vor zwei Jahren Corona zum Opfer gefallen ist. „Ich werde versuchen, von vorn zu laufen“, sagt Kira Weis, „ich werde alles geben und dann wird man sehen, ob es aufs Podium reicht.“