Ultrabooks und Convertibles sind Varianten der klassischen Laptops. Sie bieten heute genug Leistung, um einen klassischen Computer zu ersetzen. Foto: Tierney/Adobe Stock

Lange galten Tablets und große Smartphones als Ersatz – doch die Umsatzzahlen für Notebooks steigen. Zu recht, denn die Geräte leisten inzwischen enorm viel. Worauf gilt es beim Kauf zu achten? Und was sind die neuesten Entwicklungen? Ein Überblick.

Stuttgart - Es ist noch nicht allzu lange her, da schienen Notebooks abgemeldet zu sein. Hoch im Kurs standen stattdessen multifunktionale Handys: Für die muss man allerdings oft mehr bezahlen als für einen mobilen PC. Doch auf einem nur wenige Zentimeter kleinen Bildschirm zu arbeiten oder Videos zu gucken ist eben nur bedingt praktisch – und so kommt der aktuelle Trend nicht ganz überraschend. Während die Umsatzzahlen für stationäre PCs und Tablets rückläufig sind, verzeichnen Notebooks stetige Zuwachsraten. Das liegt auch am vielfältigen Angebot. Jeder findet heute das exakt zu ihm passende Modell. Von großen Displays mit 17,3 Zoll Bildschirmdiagonale – das entspricht rund 44 Zentimetern – über 15,6 Zoll bis hin zu Leichtgewichten mit 13 Zoll und weniger reicht die Auswahl.

Kleinere Formate bieten viele Vorteile

Energieverbrauch und Geräuschentwicklung sind bei kleinen Geräten geringer, der Akku hält länger. Während man größere Notebooks durchaus als Ersatz für den Schreibtisch-Computer nutzen kann, müssen mobile Begleiter vor allem leicht sein. Drei Kilo schwere Technik möchte niemand mehr mit sich herumschleppen. Zwei Kilogramm sind ein guter Mittelwert, manches Ultrakompakte wiegt nicht einmal 1000 Gramm. Das ist auch eine Frage des Preises: Technisch hochgerüstete Fliegengewichte wie das ZenBook 13 von Asus liegen weit oberhalb der 1000-Euro-Marke. Wie die Zeitschrift „Computerbild“ (Ausgabe 18/2018) vorrechnet, bedeutet kleiner aber nicht zwangsläufig auch weniger Gewicht. So bringt das Acer Swift 5 mit 931 Gramm fast 400 Gramm weniger auf die Waage als der 13-Zöller Envy 13 von HP. Durchweg etwas schwerer sind sogenannte Convertibles, deren Displays sich um 360 Grad drehen lassen. Sie können wie ein Laptop oder wie ein etwas dickeres Tablet verwendet werden. Dass sie oft mehr wiegen als ein normales Notebook, liegt an der aufwendigen Scharniertechnik, die sich nicht selten als reparaturanfällig erweist. Dafür besitzen Convertibles einen Touchscreen, der bei klassischen Notebooks nicht immer zur Ausstattung gehört.

Was der Prozessor leistet

Um Aufschluss über die Leistung zu bekommen, muss man in technische Details eintauchen: Bei den Prozessoren sind Intels Core-i5-Chips und AMDs Ryzen 5 mit vier Rechenkernen Standard. Wer mehr Leistung benötig, etwa für die Bildbearbeitung oder für Spiele, greift zu Intels i7 oder einem Ryzen-7-Chip von AMD. Für Videospiele empfiehlt sich ein zusätzlicher Chip für die Grafik. Man spricht auch von „dedizierten Grafikkarten“ im Gegensatz zu integrierten Lösungen, die an der Gesamtleistung des Hauptprozessors knabbern.

Viel genutzte Arbeitsrechner sollten mindestens acht Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM) haben – oder zumindest erweiterbar sein. Wer im Freien arbeiten will, sollte zudem auf ein entspiegeltes Display achten. Als Festplatten sind heute zumeist sogenannte Solid-State-Drives (SSD) verbaut, die mit Speicherchips arbeiten. Konventionelle Laufwerke sterben aus, da sie mehr Strom verbrauchen und anfällig gegen Erschütterungen sind. Gelegentlich findet man Modelle, die beide Speicherarten kombinieren. Denn eine SSD mit 256 GB Speicher schlägt sich empfindlich auf den Preis nieder, Hybridfestplatten sind günstiger.

Die Hersteller machen den Verbrauchern durch kryptische Modellbezeichnungen die Auswahl häufig zusätzlich schwer. So rät die Stiftung Warentest, die 17 Notebooks getestet hat (test 9/2018): „Von vielen Notebooks auf dem Markt gibt es mehrere Varianten. Wer eine bestimmte möchte, muss nicht nur den Namen wie etwa Acer Aspire 3 beachten, sondern auch die Zeichenfolge danach.“ Ebenso hilft die Nachfrage beim Fachhändler, ob das Modell, das man kaufen will, auch die gewünschte Ausstattung aufweist.

Lohnt es sich, ein günstigeres Gerät zu kaufen?

Man muss keine 800 Euro und mehr für ein gutes Notebook ausgeben: Ein gutes Notebook bekommt man mitunter auch für die Hälfte. So bescheinigt das Fachmagazin c’t (Ausgabe 16/2018) dem Acer TravelMate Spin B1 (etwa 360 Euro) einen guten Bildschirm und ein robustes Gehäuse. Der Intel-Prozessor hat vier Kerne, während in dieser Preisklasse sonst meist nur zweikernige und somit leistungsschwächere Chips anzutreffen sind.

Auch, wer sein Gerät nur für Textverarbeitung, E-Mails und das Surfen im Internet braucht, sollte auf eine gewisse Rechenleistung achten. Denn gerade das Abrufen von Websites benötigt eine Menge Leistung, insbesondere dann, wenn im Browser mehrere Fenster geöffnet sind. Wie gut ein Notebook mit solchen Anforderungen umgehen kann, hängt wesentlich vom Arbeitsspeicher des Geräts ab. Alles unter 4 Gigabyte RAM sollte man deshalb meiden. Auch hier gilt es, genau hinzuschauen. Denn viele Geräte gibt es in Versionen mit unterschiedlichen RAM-Größen. Der Preis für das vermeintliche „Schnäppchen“ schnellt häufig in die Höhe, wenn es ein paar GB mehr sein sollen.

Einzelne Modelle im Test

Toshiba Portégé X20W: Toshiba hat sich ganz auf hochpreisige Business-Notebooks verlegt. Das Portégé X20W-E-10F (ca. 2500 Euro) hat ein leistungsstarkes Innenleben mit Intel-Core-i7-7500U, einer ein Terabyte großen SSD, 16 GB Arbeitsspeicher sowie einem LTE-Modul für mobiles Internet. Das Schwestermodell 20W-E-10D bietet etwas weniger Leistung für vergleichsweise günstige 1900 Euro. Bei beiden handelt es sich um Convertibles mit 12,5 Zoll-Touch-Display.

Asus ZenBook Pro 15: Die ZenBook-Reihe von Asus hebt sich durch exzellent ausgestattete, ultrakompakte Modelle hervor. Neu ist das ZenBook Pro 15, das mit einem „ScreenPad“ ausgestattet ist: Das Touchpad als Zweitdisplay übernimmt SmartphoneFunktionen oder Mediensteuerung. Der Preis liegt bei etwa 2000 Euro. Preistipp ist das ZenBook 13 ab etwa 1200 Euro.

Lenovo IdeaPad 530S 15: Ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich die Ausstattung des gleichen Modells sein kann. Das IdeaPad ist ein 15,6-Zöller – und in vier Ausstattungsvarianten für 899 Euro bis 1299 Euro erhältlich. Das teuerste Modell hat 16 GB Arbeitsspeicher an Bord. Alle Varianten verfügen über eine dezidierte Grafikkarte mit 2 GB Arbeitsspeicher.

Medion E4253: Das Display misst 14 Zoll (35,5 cm), das schlanke Aluminiumgehäuse kommt ohne Lüfter aus. Eine Besonderheit ist das vorinstallierte Windows 10 im „S Modus“, eine Variante des Betriebssystems, die ein höheres Arbeitstempo und mehr Sicherheit verspricht. Dafür können Apps nur aus dem Microsoft Store bezogen werden. Das E4253 ist ab 319 Euro erhältlich.

Stiftung Warentest: 17 Notebooks hat die Institution auf Display, Akku, Handhabung und Vielseitigkeit getestet. Testsieger wurde unter den 15,6-Zöllern das Acer Aspire 7 für knapp 1000 Euro. Auf dem zweiten Platz liegt das Asus VivoBook Pro 17 mit dem besten Display im Test und dem „einzigen mit gut klingenden Lautsprechern.“ Auch bei den 17,3-Zöller liegt Acer mit dem Aspire 5 für rund 1000 Euro vorne. Die Akkulaufzeit von acht Stunden sei ein Spitzenwert. Auch ein Modell von Medion sei empfehlenswert: Das Akoya P6685 für 800 Euro ist nur etwas schwächer als die Sieger.

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