Die Sammler von der Stadt kommen derzeit mit der Sperrmüllabholung nicht hinterher. Foto: Achim Zweygarth

Normalerweise kommt die Sperrmüllabfuhr in Stuttgart drei bis sechs Wochen nach der Beauftragung. Derzeit sieht das aber in diversen Stadtbezirken ganz anders aus.

Stuttgart - Der gewaltige Sperrmüllhaufen in Heumaden liegt schon seit Wochen. „Das Zeug musste raus aus der Wohnung, wir haben neue Möbel bekommen“, sagt die Bewohnerin des dazugehörigen Hauses. Man habe kurz vorher die Sperrmüllabholung bei der Stadt beauftragt und darauf gesetzt, dass die Sachen wie sonst auch zügig abgeholt würden. Das war Anfang November. Doch dann kam die Karte mit dem Termin. Die Frau rieb sich die Augen: Der 28. Januar war da vermerkt. Eine Wartezeit von über zwölf Wochen. „Bis dahin bleibt das Zeug hier liegen, wir können nicht wieder alles reintragen.“

Tatsächlich ist sie nicht die einzige, die derzeit lange auf die Abholung warten muss. Die Stadt kommt im Moment nicht hinterher. Man habe Probleme, räumt Annette Hasselwander ein. Die Sprecherin des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) schränkt allerdings ein: „Die Zeitverzögerung betrifft nicht ganz Stuttgart.“ Probleme gebe es besonders auf den Fildern in Sillenbuch, dazu im Osten, Westen und in Bad Cannstatt. Die Vorlaufzeit könne hier sieben bis acht Wochen betragen. Drei Monate seien dagegen die Ausnahme. Auf ihrer Internetseite gibt die Stadt eine Normalfrist von drei bis sechs Wochen an. In Heumaden zum Beispiel sei der derzeit nächste verfügbare Termin der 29. Januar.

AWS hat zusätzliches Fahrzeug ausgeliehen

Laut AWS gibt es für den Engpass mehrere Gründe. „Der Monat Dezember gehört ohnehin zu einem der starken Monate bei den Sperrmüll-Aufträgen“, weiß Annette Hasselwander. Dazu kommen die Feiertagsverschiebungen rund um Weihnachten und Neujahr sowie die Grüngut-Abfuhr, die zwischen November und April für zusätzliche Arbeit sorgt. Zudem versuchen angesichts dieser Lage offenbar immer mehr Bürger, ihren Sperrmüll doch noch kurzfristig loszuwerden – und zwar per kostenpflichtiger Express-Abholung. Die kostet 66 Euro und erfolgt innerhalb von 48 Stunden. Außerdem gibt es derzeit offenbar diverse zusätzliche Aufträge von Flüchtlingsunterkünften. All dies führt dazu, dass die Sperrmüllsammler nicht nachkommen.

Dabei hat die AWS nach eigenen Angaben schon alles Machbare unternommen. „Wir haben bereits ein zusätzliches Abfallsammelfahrzeug angemietet und zudem die Zahl der Abholungen um 60 pro Tag erhöht“, so Hasselwander. Derzeit arbeite das Sperrmüllteam zwischen 300 und 310 Aufträgen pro Tag ab. „Mehr geht einfach nicht“, sagt die Sprecherin.

So mancher Sperrmüllhaufen in der Stadt wird also erst einmal liegen bleiben – im Zweifel bis Ende Januar. Einzige Alternative für alle, die über geeignete Transportfahrzeuge verfügen: Die Abgabe bei einem der fünf Wertstoffhöfe in Hedelfingen, Münster, Weilimdorf, Plieningen oder Vaihingen ist zu den Öffnungszeiten möglich.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: