Traktoren aller Art gibt es beim Landwirtschaftlichen Hauptfest in Bad Cannstatt zu sehen Foto: Max Kovalenko

Was für ein Jahr: Olympia, Fußball-WM und als Höhepunkt das Landwirtschaftliche Hauptfest. Heuer findet es wieder gemeinsam mit dem Volksfest statt. Damit man sich nicht zwischen Kühen, Schafen, Buden und Zelten verirrt, haben wir das Wichtigste zum Doppelpack in Bad Cannstatt zusammengetragen.

Was für ein Jahr: Olympia, Fußball-WM und als Höhepunkt das Landwirtschaftliche Hauptfest. Heuer findet es wieder gemeinsam mit dem Volksfest statt. Damit man sich nicht zwischen Kühen, Schafen, Buden und Zelten verirrt, haben wir das Wichtigste zum Doppelpack in Bad Cannstatt zusammengetragen.
 
Stuttgart - Wann ist die Eröffnung des Volksfests?
Das Volksfest beginnt mit dem Fassanstich. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Doch war dies zuletzt 2006 der Fall. Danach wollte man das Volksfest ganz groß herausbringen, live im Fernsehen. Also begann man freitags mit dem Rummel, öffnete den Festplatz um 15 Uhr und stach das erste Fass um 20.30 Uhr an, auf dass die Eröffnung dem Fernsehzuschauer mundete. Doch das Konzept funktionierte nicht, sieben Jahre lang flickte man daran herum, um nun zu dem Schluss zu kommen: Das Volksfest beginnt mit dem Fassanstich. Um 15 Uhr zapft OB Fritz Kuhn vor den Augen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Dinkelacker-Zelt der Brüder Klauss das erste Bier. Ein Feuerwerk an der Fruchtsäule und das Glockengeläut der Büttel künden dann davon, dass das Fest eröffnet ist – und das Bier ausgeschenkt wird. Der SWR wird von der Eröffnung in der „Landesschau“ berichten.
Wann beginnt das Landwirtschaftliche Hauptfest?

Am Samstag um 10 Uhr im Gastronomiezelt auf dem Gelände des Hauptfests unmittelbar neben dem Volksfest. Die Eröffnung findet gemeinsam mit dem Traditionsmorgen statt. Das Hauptfest ist für die einen die bedeutendste Agrarmesse Süddeutschlands, für die anderen der größte Bauernhof des Landes. Auf 130 000 Quadratmeter Fläche zeigen 6090 Aussteller Großmaschinen und Stalltechnik. Es gibt Kühe, Ziegen, Pferde, Ponys, Schafe oder Kaninchen zu sehen. Ein Schwerpunkt ist die 500-Jahr-Feier des Haupt- und Landgestüts Marbach. Das Gestüt präsentiert zusammen mit dem Kompetenzzentrum Pferd insgesamt 50 Tiere vom Shetlandpony bis zum Schwarzwälder Fuchs. Das Hauptfest endet am Sonntag, 5. Oktober. Die Öffnungszeiten sind von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 12 Euro, reduziert 9 Euro, für Kinder von sechs bis 14 Jahren 5 Euro. Das Nachmittagsticket (ab 15 Uhr) kostet 5,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.

Wann lässt der Volksfestverein die Sau raus?

Am Sonntag beim Umzug. Um 11 Uhr marschieren 4000 Trachtenträger durch Cannstatts Gassen zum Wasen. Begleitet werden sie von 70 Festwagen, 200 Pferden, 50 Schafen, 20 schwäbisch-hällischen Landschweinen und einem Geißbockgespann. Eigens aus Brasilien angereist ist die Volkstanzgruppe aus Blumenau. Der Umzug wird zeitversetzt zwischen 16 und 18 Uhr im SWR-Fernsehen gezeigt.

Was muss ich auf dem Volksfest ausgeben?

Die Maß Bier kostet in den Zelten bis zu 9,50 Euro – 30 Cent mehr als im Vorjahr –, das halbe Hähnchen bis zu 9,80 Euro. Auf dem Platz kostet eine Portion Pommes bis zu 3 Euro, für eine Currywurst und eine rote Wurst zahlt man ebenfalls 3 Euro. Softdrinks 0,3 Liter kosten 2,50 Euro, 100 Gramm Mandeln bis zu 3 Euro, Magenbrot 150 Gramm gibt es für 2 Euro. Zuckerwatte bekommt man für 1,50 Euro, ein Liebesapfel kostet 2 Euro. Ansonsten gilt wie im Supermarkt: Preise vergleichen. Oder mittwochs kommen. Am 1. Oktober und am 8. Oktober sind Familientage: Schausteller und Wirte haben versprochen, an diesen Tagen Fahrchips, Bier, Göckele und Pommes günstiger zu verkaufen.

Wie teuer ist der Nervenkitzel?
Für die Ausblicke aus dem City Skyliner zahlen Erwachsene 6 Euro, Kinder 4 Euro. Im Riesenrad Expo-Star muss man ebenfalls 6 Euro sowie 4 Euro für eine Fahrt anlegen. Die Fahrt mit dem Kettenkarussell Wellenflug kostet 3 Euro. Für eine Runde Boxauto- Fahren zahlt man 2,50 Euro. In der Wilden Maus zahlen Erwachsene 4 Euro, Kinder 3 Euro. Im Kinderkarussell kostet eine Fahrt bis zu 2,50 Euro. Fürs Kasperltheater zahlt man 2,50 Euro Eintritt. Und Lose gibt es ab 25 Cent.
Wie lange kann gefeiert werden?

An diesem Freitag beginnt das Volksfest um 15 Uhr und endet um Mitternacht. Samstags und am 3. Oktober beginnt es um 11 Uhr und endet um 24 Uhr. Am Sonntag öffnen die 290 Betriebe um 11 Uhr und schließen um 23 Uhr. Von Montag bis Donnerstag ist von 12 bis 23 Uhr geöffnet, freitags und vor Feiertagen von 12 bis 24 Uhr. Am Sonntag, 12. Oktober, endet das 165. Cannstatter Volksfest.

Wie laut darf das Volksfest sein?

So mancher Zecher vergisst es gern: nicht weit weg vom Wasen wohnen Menschen. Und die wollen ungestört schlafen. Deshalb hat der Veranstalter die Lautstärke reglementiert. Auf der Straßenmitte zwischen den Zelten darf sie 80 Dezibel betragen. Ebenso in 15 Meter Höhe über dem Zeltdach. Gemessen wird das übrigens mit Heliumballons. Wegen des Lärmschutzes hat das DRK auch eine zweite Sanitätsstation gebaut. In fünf Containern nahe des Neckars versorgt man leichte Verletzungen und Unpässlichkeiten. So sind die Wege kürzer, was den Transport auf eigens entwickelten Rollliegen ermöglicht.Und so manche Krankenwagenfahrt mit lautem Tatütata erspart. Übrigens sind bis zu 100 Polizisten und 77 Sanitäter auf dem Platz

Was gibt’s außer Rummel und Prosit?

An diesem Sonntag um 10 Uhr bittet Pfarrer Manfred Mergel zum Mundart-Gottesdienst in Wilhelmers Schwabenwelt. Am Dienstag, 7. Oktober, ist um 10 Uhr Wasen-Gottesdienst beim Göckelesmaier. Der traditionelle Ballonstart soll am Samstag, 11. Oktober, stattfinden. Zum Abschluss findet am Sonntag, 12. Oktober, um 21 Uhr ein Feuerwerk statt.

Wie komme ich auf den Wasen?

Am besten mit Bus und Bahn. Parkplätze gibt es keine. Die Stadtbahnlinie U 11 fährt an den Wochenenden von 10.19 Uhr an ab Hauptbahnhof, werktags während der ersten Volksfestwoche von 7.40 Uhr an. Die letzte Bahn nach Hause fährt gegen 0.10 Uhr. Alle S-Bahn-Linien fahren in verkürztem Takt, am Wochenende setzt die Bahn zusätzliche Züge ein.

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