Zehn Männer sollen zusammen 30 Einbrüche verübt haben. Foto: dpa

Zehn Männer, 30 Einbrüche: Vor dem Landgericht beginnt heute ein Verfahren gegen eine mutmaßliche Einbrecherbande. Sie sollen in München, Berlin, Stuttgart, Gerlingen und Weinstadt zugeschlagen haben.

Stuttgart - Auf der Anklagebank des Stuttgarter Landgerichts sitzen am Donnerestag zehn Männer im Alter von 18 bis 38 Jahren. Die Ermittler waren ihnen im Spätherbst 2015 auf die Schliche gekommen und fassten sie in Weilimdorf. Dort sollen sie ihre Basis eingerichtet haben, von der aus sie zu Diebestouren starteten. Beim Start zu einer Tour schlug die Polizei damals zu: Als zwei der zehn Beschuldigten von Stuttgart aus mit einem am Flughafen gestohlenen Wagen losfuhren, verfolgten die Ermittler sei und nahmen sie bei Pirmasens fest. Weitere Tatverdächtige wurden in den zwei Wohnungen in Weilimdorf festgenommen. Die Männer sollen bundesweit agiert haben: Die Anklage wirft ihnen Taten in München, Berlin, Stuttgart und an weiteren Orten vor.

Wegen eines Minderjährigen ist eine Jugendkammer zuständig

Ungewöhnlich an der mutmaßlichen Diebesbande ist, dass alle zehn Beschuldigten aus Chile stammen. Die Polizei hatte, als die Männer gefasst wurden, keine Erkenntnisse darüber, ob es in dem Andenstaat irgendwelche Strukturen gibt, über die die Männer gezielt nach Deutschland kamen. Dem Landeskriminalamt war lediglich ein Fall mit vier Einbrechern aus dem Land bekannt.

Für das Verfahren sind 15 Termine bis Anfang November angesetzt. Da ein Beschuldigter zum Tatzeitpunkt noch minderjährig war, ist eine Jugendkammer zuständig.

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