Einsatz fraglich. Muss der SV Bonlanden im Verfolgerduell auch noch ohne seinen Kapitän Andreas Pottmeyer auskommen? Foto: Tom Bloch

Der SV Bonlanden und der TV Echterdingen haben schwere Spiele gegen Aufstiegskandidaten.

Filder - Vier Spieltage noch, und die Spannung in der Fußball-Landesliga nimmt zu. Wer macht das Rennen um Platz zwei? Wer geht in die Abstiegsrelegation? Wer steigt ab? Hinter dem designierten Meister TSG Hofherrnweiler ist in der Tabelle vieles offen, auch für die beiden Filderclubs. Von denen will der TV Echterdingen an diesem Freitagabend eine Überraschung schaffen. Tags darauf ist der SV Bonlanden im nächsten Verfolgerduell gefordert – hat aber ein Problem.

SV Bonlanden – SC Geislingen

Erst ein grippaler Infekt, nun auch noch eine Mittelohrentzündung. Der Chef steht als unfreiwilliges Symbolbild für die Situation seiner kickenden Belegschaft. So sehr es den Trainer Klaus Kämmerer flach gelegt hat, so groß sind mittlerweile die Sorgen im Bonlandener Aufgebot. Durften die Schwarz-Weißen bis vor kurzem noch dreimal auf Holz klopfen, toi, toi, toi dafür, dass sie im bisherigen Saisonverlauf von Personalproblemen weitgehend verschont geblieben waren, trifft es sie für den jetzigen Endspurt gebündelt. An diesem Samstag droht im bereits ausgedünnten Ensemble der Ausfall einer Reihe weiterer Stamm­kräfte.

Definitiv raus ist der Mittelfeldmann Steffen Schmidt (Bänderdehnung im Knie). Zudem stehen hinter dem Kapitän Andreas Pottmeyer, Sebastian Liebenstein und Ronald Ried Fragezeichen. Alle drei befinden sich beruflich bedingt auf der Kippe. Gleichzeitig sind zwar Mike Baradel und Dennis Adam wieder einsatzbereit, doch müssen die Filderstädter in jedem Fall erneut einiges umstellen. „Es erwischt uns gerade“, sagt der Co-Trainer Roger Bay, der in dieser Woche stellvertretend die Übungseinheiten leitete. Gleichwohl ist Bay überzeugt: „Wir kriegen eine vernünftige Mannschaft auf den Platz.“

Relegationsspielort steht fest

Heißt: eine Mannschaft, die in der Lage sein soll, den zweiten Tabellenplatz zu festigen. Ein Sieg hätte zudem den Nebeneffekt, dass sich die Bonlan­dener eines unmittelbaren Konkurrenten entledigten. In diesem Fall blieben maximal noch drei Mitbewerber im Kampf um die Relegationsteilnahme: Oberensingen, Waldstetten und Weilimdorf. Fix ist dabei inzwischen, wo für den Filderclub die Zusatzschicht um den Aufstieg beginnen würde. Die Erstrundenpartie fände am 12. Juni in Leinfelden statt, nach jetzigem Stand gegen den TSV Heimerdingen.

Freilich, das ist Zukunftsmusik. Nun zählt erst einmal der aktuelle Gegner, der seinerseits nicht sorgenfrei antritt. Der Unterschied: die Geislinger haben sich die Knüppel zuletzt selbst zwischen die Beine geworfen. Negativer Höhepunkt war der Rücktritt des Trainers Jasko Suvalic. Jener reagierte auf die Entscheidung des Vereins, die Zusammenarbeit trotz laufenden Vertrags im Sommer zu beenden, mit einem sofortigen „Und tschüss“. Seither fungiert der Ex-Spieler Markus Schweizer im Eybacher Tal als Interimscoach – und holpert es beim Mitaufsteiger. „Aber Vorsicht“, mahnt Bay, „die haben junge, schnelle Leute. Das wird harte Arbeit.“

TSV Oberensingen – TV Echterdingen

Es ist eine Zentnerlast, die ihnen von den Schultern gefallen ist. Nun, nach dem im Abstiegskampf so dringend benötigten 2:0-Sieg gegen NAFI Stuttgart, lautet die Echterdinger Devise: nachlegen – wobei alle Beteiligten wissen, dass die nächste Hürde eine ungleich höhere ist. An diesem Freitagabend geht es nach Oberensingen, zum Tabellendritten. Nicht nur das: auch zu einer der heimstärksten Mannschaften der Liga. Auf eigenem Platz ist der ambitionierte Aufsteiger seit gut 14 Monaten unbesiegt. Die dort bislang letzte Niederlage datiert vom  März 2018 – ein 0:1 gegen den SC Geislingen, damals noch in der Bezirksliga, ehe beide Kontrahenten den Sprung nach oben schafften.

„Das ist ein Team mit viel Qualität und enormer Erfahrung“, sagt der Echterdinger Trainer Christopher Eisenhardt. Stichwort Ferdi Er. Der langjährige Oberliga-Akteur der Stuttgarter Kickers und des VfL Kirchheim zieht mit seinen mittlerweile 38 Jahren noch immer gekonnt die Fäden im Mittelfeld. Stichwort Fatih Özkahraman. Jener führt mit 24 Saisontoren die Schützenliste der Staffel an. Darüber hinaus wird es ein Wiedersehen geben mit Duje Tokic, der erst im Winter die Seiten gewechselt hat. Zu seiner Echterdinger Zeit verletzungsbedingt Pechvogel vom Dienst, ist der Offensivmann in Oberensingen mittlerweile Stammspieler. „Es hatte beiderseits nicht mehr so richtig gepasst. Für ihn war es der richtige Schritt, zu gehen“, sagt Eisenhardt.

In dessen eigenem Aufgebot ist der Angreifer Max Knoll nach Krankheitspause wieder dabei. Außerdem hat der Coach eine Entscheidung für den Rest der Saison getroffen: Schluss mit dem Hin und Her im Tor! Der Kapitän Valentin Haug ist nach seinem überraschenden Comeback vom vergangenen Wochenende von nun an wieder die Nummer eins – vorausgesetzt freilich, er meldet sich weiter fit.

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