Bronze am Schwebebalken: Tabea Alt feiert in Kanada einen großen Erfolg. Foto: AP

Tabea Alt hat bei der Turn-WM die Bronzemedaille am Schwebebalken geholt. Die 17-Jährige aus Ludwigsburg befindet sich deshalb ganz im Glück.

Stuttgart - Kunstturnerin Tabea Alt hat ihre ersten Weltmeisterschaften mit einer Bronzemedaille am Schwebebalken und Platz zehn im Mehrkampf abgeschlossen. Katja Sturm sprach mit der 17-jährigen Ludwigsburgerin, die in Stuttgart trainiert, über ihren Erfolg.

Tabea Alt, wie fühlt es sich an, bei der ersten WM gleich Bronze am Schwebebalken gewonnen zu haben?
Ich habe so etwas noch nie erlebt. Schon vor der Übung gab es Momente, die ich mir so nicht hätte vorstellen können. Es war so aufregend. Beim Einturnen lief es nicht optimal. Ich hatte ein paar Probleme, und ich war wirklich nervös. Nicht vom Bauch her, aber ich war angespannt und hochkonzentriert. Dass es sich so lohnen würde, hier drei Balkenübungen durchzuturnen, hätte ich nie zu träumen gewagt.
Sind Sie nicht ein bisschen enttäuscht darüber, im Vorkampf und in der Mehrkampfentscheidung die beste Kür gezeigt zu haben, aber im Finale den Titel der Chemnitzerin Pauline Schäfer überlassen zu müssen?
Nein, überhaupt nicht. Unser Ziel war das Mehrkampffinale. Ich wusste zwar, dass ich eine gute Balkenturnerin bin. Aber das Feld hier war so stark, und es war meine erste WM – da geht man ein bisschen zurückhaltend ran. Ich konnte im Finale noch mal zeigen, dass ich mein Ding in jeder Situation abrufen kann. Die paar kleinen Wackler sind menschlich. Ich freue mich unheimlich für Pauline. Wir haben ein großes Ausrufezeichen gesetzt und gezeigt, dass man in der Welt mit Deutschland am Balken rechnen muss.

Abartige Atmosphäre

Sie waren die letzte Starterin. Wie schwer war es, so lange warten zu müssen?
Dadurch, dass ich noch mal in die Warm-up-Halle konnte, war es etwas leichter. Da kann man noch mal bei sich sein, sich noch mal auf das Gerät stellen. Aber man bekommt natürlich die Musik und das Jubeln mit, die ganze abartige Atmosphäre. Das ist schon hart.
Was nehmen Sie jetzt mit von dieser Ihrer ersten WM?
Sehr, sehr viel Erfahrung. Ich habe gelernt, in unterschiedlichen Situationen mit unterschiedlichen Gefühlen umzugehen. Die Vorbereitung war hart, ich hatte nebenher immer noch mit der Schule zu tun. Da war es manchmal schwer, sich aufs Turnen zu konzentrieren. Aber ich bin jetzt bereit für die nächsten Aufgaben.

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