Detlef Schaak ist zurück im Ländle. Der frühere Trainer und Leiter der Turntalentschule des TSV Schmiden ist jetzt Sichtungs- und Nachwuchstrainer im Kunst-Turn-Forum Stuttgart und wohnt in Oeffingen.
Es ist, als wäre er nie weg gewesen. Dabei war Detlef Schaak mehr als vier Jahre weg. Besser gesagt, er war daheim in Berlin. Doch jetzt ist er zurück im Ländle. Der frühere Trainer und Leiter der Turntalentschule des TSV Schmiden hat die neu geschaffene Stelle des Sichtungs- und Nachwuchstrainers für die Altersklassen 5 bis 7 im Kunst-Turn-Forum in Stuttgart übernommen. „Ich bin froh, wieder hier zu sein“, sagt der 61-Jährige, der jetzt in Oeffingen wohnt. Und das liegt nicht nur an Brezeln und Maultaschen, die er in Berlin vermisst hat.
In Berlin eine Turn-Talentschule aufgebaut
15 Jahre war Detlef Schaak in Diensten des TSV Schmiden, als Trainer und als Geschäftsführer der Turnabteilung. Dann kehrte er – wegen der Familie – in seinen alten Kiez zurück. Ende 2018 ging er zur Berliner Turnerschaft, die kurz zuvor das ehemalige West-Berliner Landesleistungszentrum übernommen hatte. Detlef Schaak hat dort eine Turn-Talentschule für Kinder mit Potenzial aus allen Sportvereinen in der Stadt aufgebaut. Und er schnupperte wieder Berliner Heimatluft.
In Schmiden viele Talente entdeckt und gefördert
Dass er eine Spürnase für aussichtsreiche Turner besitzt, hat er in seiner Zeit in Schmiden bewiesen, in der er viele Talente entdeckt und gefördert hat. Dazu gehört Carlo Hörr, der zweifache deutsche Meister am Reck. Außerdem Tim-Oliver Geßwein, der im November mit dem Team die Bronzemedaille bei den Trampolin-Weltmeisterschaften in Sofia gewonnen hat. Auch Robin Griesheimer, mit sieben Goldmedaillen und einmal Bronze bei den 44. Militär-Weltmeisterschaften im vergangenen Winter mittlerweile der erfolgreichste deutsche Fallschirmspringer in der Geschichte der Welttitelkämpfe des Verbands Conseil International du Sport Militaire (CISM), zählte zu seinen Schülern, und nicht zuletzt Janne Holz. Der erfolgreiche Nachwuchs-Skispringer aus Waiblingen hat sich die motorischen Grundlagen für seine weiten Sprünge von der Schanze in der Schaakschen Turntalentschule in Schmiden erarbeitet.
Immer den Kontakt zu den Leuten gehalten
Detlef Schaak hat Spuren hinterlassen. Und die Verbindungen rissen nie ab. Schon gar nicht zu Carlo Hörr, der fast täglich im Kunst-Turn-Forum trainiert. „Ich hatte immer Kontakt zu den Leuten hier, ich war auch manchmal auf Urlaub da“, sagt Detlef Schaak. Michael Breuning, Bundesstützpunkleiter und Leistungssportdirektor Baden-Württemberg beim Schwäbischen Turnerbund, gehört zu denjenigen, mit denen Detlef Schaak häufig redete. Von ihm erfuhr er von der vorerst auf zwei Jahre befristeten neuen Trainerstelle im Kunst-Turn-Forum, die ganz seinem Profil entspricht. Talente sichten, entdecken und fördern, sei genau sein Ding und spannend dazu, sagt Detlef Schaak. „Wir müssen die zwei durch Corona verpassten Jahre irgendwie aufholen.“
Derzeit muss Schaak ein vakante Trainerstelle ersetzen
Zudem hatte er zuletzt den Eindruck, dass seine mit schwäbischen Schaffertugenden durchdrungene Arbeitsweise und das eher zögerliche Vorgehen der Hauptstädter irgendwie nicht mehr zusammenpassten. „Und jetzt bin ich dankbar und demütig, dass ich in Stuttgart mit denen zusammenarbeiten kann, denen ich früher von Schmiden aus zugearbeitet habe.“ Zurzeit kann er seine Fühler aber noch nicht so ausstrecken wie geplant. Er muss im Kunst-Turn-Forum in der Altersklasse der Acht- bis Neunjährigen eine vakante Trainerstelle ersetzen. „Damit die Gruppe erhalten bleibt.“ Bald aber wird Detlef Schaak großflächig Talente suchen und sie ins Kunst-Turn-Forum lotsen.
Heimatliche Klänge auch im Ländle
Die Familie in Berlin hat ihm ihr Okay für die Rückkehr gegeben, Brezeln und Maultaschen schmecken ihm immer noch vorzüglich. Und ganz auf Berliner Schnauze muss Detlef Schaak in Stuttgart auch nicht verzichten. Michelle Timm, ehemalige langjährige Nationalkader-Turnerin, stammt ebenfalls aus der Hauptstadt und gehört zum Trainerteam im Kunst-Turn-Forum. „Ich habe also sogar heimatliche Klänge um mich herum“, sagt Detlef Schaak. Und irgendwie ist es so, als wäre er nie weg gewesen.