Ein Teilnehmer der 13. Köpfe am Korber Kopf: Der Bildhauer Uli Gsell bearbeitet im Freiluft-Atelier im Mai 2019 sein Werk „Intervention“. Foto: Gottfried Stoppel/Archiv

Im vergangenen Jahr entstand am Korber Kopf im Rems-Murr-Kreis ein Freiluft-Atelier. Das kam offenbar bei vielen Besuchern gut an. 2020 kann man den Künstlern aber nicht über die Schulter schauen.

Korb - Zum ersten Mal hat sich der Korber Kopf im vergangenen Jahr in ein Freiluft-Atelier verwandelt: Beim Bildhauer-Symposion im Mai erschufen acht Bildhauer ihre Werke für den 13. Skulpturenrundweg „Köpfe am Korber Kopf“ innerhalb von rund zehn Tagen direkt vor Ort. Interessierte konnten ihnen dabei über die Schulter schauen.

Gemeinschaft unter freiem Himmel

Dieses Projekt kam offenbar gut an: „Immer wieder werde ich darauf angesprochen, warum wir das nicht öfter machen“, berichtet der Kurator Guido Messer am Donnerstagvormittag bei einer Pressekonferenz im Korber Rathaus. In dieser Form werde die Veranstaltung allerdings zunächst einmalig bleiben, erklärt der Bildhauer. Denn das Freiluft-Atelier sei nicht nur ein „riesengroßer organisatorischer Aufwand“, sondern auch teurer als die üblichen „Köpfe am Korber Kopf“ gewesen. Dank der Gartenschau waren die finanziellen Mittel dafür im vergangenen Jahr vorhanden. Insgesamt kostete die 13. Runde der Korber Köpfe etwa 35 000 Euro, rund 15 000 mehr als sonst, so die Verantwortlichen.

Mit dem Ergebnis sind sie zufrieden. Unter den Bildhauern habe eine kollegiale Atmosphäre geherrscht, während der Zeit im Freiluft-Atelier sei eine schöne Gemeinschaft entstanden, erinnert sich die Kunsthistorikerin Ute Schönfeld-Dörrfuß. Dabei sei die Arbeit in der freien Natur eine Herausforderung für die Künstler: Das Wetter war häufig kalt und nass während der zehn Schaffenstage im vergangenen Mai. Dennoch sind „großartige und vielfältige Skulpturen“ entstanden, sagt Guido Messer. Noch bis zum 26. April sind sie zu sehen – in besonderem Licht bei einer Mondführung am 8. Februar.

Nur ein Kopf

Am 10. Mai starten die Köpfe am Korber Kopf dann in die 14. Runde. Dabei wird bis auf eine Ausnahme kein figürlicher Kopf mehr zu sehen sein, kündigt Messer an. „Da wir ja über dreizehn Jahre die Besucher und Besucherinnen darin geschult haben, immer auch in Gedanken den einen oder anderen Kopf assoziativ zu vervollständigen, können wir jetzt etwas sportlicher an diese Runde gehen“, meint der Bildhauer. Er selbst steuert drei Skulpturen mit dem Titel „Crash“ als Eisengüsse bei.

Aus Marmor, Holz oder Cortenstahl sind die Werke der übrigen sechs Teilnehmer. Generell gebe es mehr Bildhauer als Bildhauerinnen, erklärt Messer, der für die 14. Korber Köpfe dennoch zwei Frauen gewinnen konnte: Sonja Edle von Hoeßle wird ihre „Endlosschleife“ aus Cortenstahl präsentieren, Renate Hoffleit drei Keuper-Eier. „Wir können nur hoffen, dass sie noch ein Betonwerk dafür findet“, sagt Messer. Denn dort, wo Hoffleit bisher die Güsse habe machen lassen, sei die Arbeit eingestellt worden.

Ohne Ehrenamt undenkbar

Bei den Amateurstandorten sind zwei Schulen in diesem Jahr zum ersten Mal vertreten – die Staufer-Gemeinschaftsschule aus Waiblingen und die Freie Waldorfschule Engelberg, berichtet Ruth Messer, über deren Kontakte die Zusammenarbeit zustande kam. „Ohne das Ehepaar Messer und das ehrenamtliche Engagement wären die Korber Köpfe nicht denkbar“, betont Bürgermeister Jochen Müller. „Ohne Helfer ginge das überhaupt nicht“, sagt wiederum Ruth Messer mit Blick auf die anderen Mitglieder der Projektgruppe Köpfe am Korber Kopf und die Unterstützung aus dem Korber Rathaus.

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